Inhaltsstoffe von Kosmetika – Dichtung und Wahrheit – Teil 6/2 – Sonnenschutz: Inhaltsstoffe

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Inhaltsstoffe von Kosmetika: Dichtung und Wahrheit

– Teil 6/2 –

Sonnenschutz: Inhaltsstoffe

In den Weiten des www spuken allerlei Informationen zu Kosmetik-Inhaltsstoffen herum. Da es für den Laien schwierig ist, hier zwischen „richtig und falsch“ zu unterscheiden möchte ich euch mit dieser Artikelserie eine Einschätzungshilfe für die (Un-)Gefährlichkeit verschiedener Inhaltsstoffe geben.

Nach einer kleinen Runde Basiswissen zum Thema Sonnenschutz geht es heute um dessen konkrete Inhaltsstoffe. Im Dschungel der Sonnenschutzprodukte fällt die Orientierung nicht immer leicht. Die meisten Produkte enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, doch was bewirken diese eigentlich?

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Die erste Unterteilung bei Sonnenschutz beginnt schon früher als mit dem Griff zur Cremetube: Systemische Wirkstoffe werden in den Körper aufgenommen, dort metabolisiert und bedingen so einen Sonnenschutz „von innen“. Dieser kann Sinn und Zweck sein, wie z.B. bei „Bräunungskapseln“ mit Beta-Caroten oder ein Nebeneffekt, wie er z.B. beim regelmäßigen Trinken von Grüntee auftritt.

Vermutlich viel interessanter ist das, was passiert, wenn Sonnenschutz auf die Haut aufgetragen, also topisch, angewendet wird. Diese Inhaltsstoffe lassen sich in organische („chemische“) und anorganische („mineralische“) Bestandteile gliedern [1]. Übrigens habe ich alle Inhaltsstoffe deshalb mit ihren englischen Namen bezeichnet, da diese auch auf den INCI-Listen auftauchen.

Anorganische („mineralische“) Filter: Titandioxid und Zinkoxid

Die Wirkweise dieser physikalischen Filter beruht auf ihrer Eigenschaft, Sonnenlicht zu reflektieren und/oder zu brechen. Diese Mikropartikel sorgen dafür, dass auf der obersten Hautschicht die UVA/UVB-Strahlen gebrochen werden und so mehr Photonen absorbiert werden, was den Sun Protection Factor (SPF) erhöht [2, 3]

Filter wie Titandioxid und Zinkoxid hinterlassen mitunter einen unerwünschten weißen Film auf der Haut, der auf die relativ große Partikelgröße dieser Stoffe zurückzuführen ist. Relativ neu ist der Ansatz, die Partikelgröße so weit zu reduzieren (< 100 nm), dass dieser optische Effekt nicht mehr auftritt. Diese Nanopartikel haben allerdings andere chemische Eigenschaften als deren Inhaltsstoffe alleine, hierzu wurden und werden sehr viele Studien durchgeführt.

In Zellkulturversuchen wurde Nanopartikeln nachgewiesen, dass sie cytotoxisch, genotoxisch und potentiell photocarcinogen wirken können [4-6] Diese Ergebnisse sind wieder einmal nicht direkt auf den Menschen übertragbar. Bei Studien mit Nanopartikeln, die auf gesunde menschliche Haut aufgetragen wurden, konnte keiner dieser Effekte im Menschen beobachtet werden [7].

Dies liegt sicherlich daran, dass Nanopartikel nicht durch die gesunde Haut in tiefere Schichte eindringen könnten, wo die Zellen liegen, die in o.g. Zellkulturexperimenten verwendet wurden [8]. Ein anderer Grund der bisher nicht nachgewiesenen Gefährdung des Menschen ist, dass Nanopartikel aggregieren und somit die tatsächliche Partikelgröße die 100 nm überschreitet. Allerdings ist bisher unklar, wie die Nanopartikel sich auf Haut auswirken, die nicht gesund ist, also z.B. bei Neurodermitikern oder bei einem Sonnenbrand.

Bisher konnte zwar nicht nachgewiesen werden, dass unerwünschte Wirkungen auch bei verletzter Haut auftreten [9], aber wer ganz sicher gehen möchte, sollte lieber zu anorganischen Filtern greifen, die nicht in Nanopartikelgröße vorliegen. In Deutschland müssen Inhaltsstoffe in Nanopartikelgröße angegeben werden, z.B. „Titanium Dioxide (Nano)“, in allen anderen Ländern jedoch (noch) nicht, hier ist aber eine baldige Harmonisierung in Sicht.

Vorsicht ist allerdings bei Sonnenschutzsprays geboten, die Nanopartikel enthalten: Im Tierversuch konnte nachgewiesen werden, dass Nanopartikel aus Titandioxid zu Veränderungen in der Atmung und des cardiovaskulären Systems von Ratten führen können [10]. Auch hier gilt: Keine Panik, bevor ähnliche Effekte auch im Menschen beobachtet werden können, aber ich persönlich bin der Meinung, dass Nanopartikel in meiner Lunge sicher nichts verloren haben.

Organische („chemische“) Filter: Oxybenzone und Retinyl Palmitate

Anorganische Filter absorbieren energiereiche UV-Strahlung und reduzieren somit ihre schädliche Wirkung auf die Haut. An dieser Stelle auf alle Vertreter dieser Gruppe einzugehen würde sicher zu weit gehen, aber zwei besonders interessante „Familienmitglieder“ möchte ich euch nicht vorenthalten.

Oxybenzone

Oxybenzone (Benzophenon-3) gehört zur Klasse der aromatischen Ketone, die gegen UVA wirksam sind. Die größte Gefahr, die von Oxybenzone ausgeht ist seine photoallergene Wirkung, die zu einer sogenannten „photocontact dermatitis“ führen kann [11]. Wie bei allen Allergien gilt, dass nicht jede/r diese hat [12] und sollten unerwünschte Hautreaktionen auftreten, dann ist ein Produkt ohne Oxybenzone eine bessere Wahl.

Die systemischen Wirkungen von Oxybenzone beruhen darauf, dass es die Hautschichten durchdringen und ins Blutplasma gelangen kann. Die Behauptung, dass Oxybenzone eine Wirkung auf Hormone im Menschen hat, konnte so nie validiert werden. In einer Studie aus 2007 konnte nachgewiesen werden, dass zwar die Testosteronmenge im Blutplasma von Männern und Frauen 24 Stunden nach topischer Applikation von einem Sonnenschutzmittel mit Benzophenone leicht reduziert war, jedoch bestand dieser Effekt nach 4 Tagen nicht mehr. Somit kamen die Forscher zu dem Schluss, dass der kurzfristige Abfall der Testosteronkonzentration nicht mit den Sonnenschutzprodukten in Zusammenhang steht [13].

Ebenso wenig konnten toxische oder andere hormon-relevante Wirkungen von Oxybenzone im Menschen nachgewiesen werden [7, 14].

Retinyl Palmitate

Ein anderer Inhaltsstoff, der immer wieder mit der potentiellen Krebsentstehung in Zusammenhang gebracht wird, ist Retinyl Palmitat, eine Form des Vitamins A. Angeblich soll Retinyl Palmitat zusammen mit UV-Strahlung die Entstehung von Hautkrebs fördern. Eine gewagte Aussage, die es wert ist, etwas näher unter die Lupe genommen zu werden.

Einige in vitro Studien kamen zu dem Schluss, dass Retinyl Palmitat plus UV-Strahlung zur Bildung von „reactive oxygen species“ (ROS) führen, die zu Stress in den Zellen führen, was eine mutagene Wirkung haben kann [15-17]. Allerdings handelt es sich hierbei wieder einmal um Versuche an „nackten“ Zellen, die aus dem Gesamtorganismus entnommen wurden. Auf der menschlichen Haut herrscht im Gegensatz dazu ein antioxidatives Milieu aus verschiedenen Enzymen und anderen Stoffen, das heißt, dass diese ROS im echten Leben neutralisiert werden können [7] – diesem Effekt und anderen Wirkungen von Antioxidanzien werde ich mich nach den „Sonnenschutzwochen“ widmen!

Um das carcinogene Potential von Retinyl Palmitat näher zu untersuchen, wurde eine Studie der Food and Drug Administration in den USA durchgeführt. Haarlose SKH-1-Mäuse wurden mit dem Wirkstoff behandelt, es konnte keine größere Anfälligkeit für Hautkrebs festgestellt werden. Und das, obwohl diese Spezies mit ihrer sehr dünnen Haut besonders anfällig für Hautkrebs ist! Auch keine andere Studie konnte einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Retinyl Palmitate und Hautkrebs herstellen [7]. Also gilt auch hier: Entwarnung, was die Photocancerogenität angeht.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass alle hier besprochenen Inhaltsstoffe von Sonnenschutzprodukten ungefährlich für den Konsumenten sein sollten. Abgesehen von persönlichen Allergien und Unverträglichkeiten kann nach aktueller Studienlage keine Toxizität, Mutagenität oder Cancerogenität nachgewiesen werden.

Im nächsten Teil der Serie gehe ich noch weiteren Mythen zum Thema Sonnenschutz auf den Grund: „Sonnenschutz führt zu Vitamin-D-Mangel!“ und „Erst Sonnenschutz macht Hautkrebs!“.

In diesem Sinne euch allen einen sonnigen, sonnengeschützten Tag!

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Adelsblass und Kunterbunt ist promovierte Molekularbiologin, forscht mit pflanzlichen Sekundärstoffen und lehrt Phytochemie und Pharmakologie an einer deutschen Universität.

 

1. Latha, M.S., J. Martis, V. Shobha, R. Sham Shinde, S. Bangera, B. Krishnankutty, S. Bellary, S. Varughese, P. Rao, and B.R. Naveen Kumar (2013) Sunscreening agents: a review. J Clin Aesthet Dermatol 6: 16-26.
2. Lademann, J., S. Schanzer, U. Jacobi, H. Schaefer, F. Pflucker, H. Driller, J. Beck, M. Meinke, A. Roggan, and W. Sterry (2005) Synergy effects between organic and inorganic UV filters in sunscreens. J Biomed Opt 10: 14008.
3. Vergou, T., A. Patzelt, H. Richter, S. Schanzer, L. Zastrow, K. Golz, O. Doucet, C. Antoniou, W. Sterry, and J. Lademann (2011) Transfer of ultraviolet photon energy into fluorescent light in the visible path represents a new and efficient protection mechanism of sunscreens. J Biomed Opt 16: 105001.
4. Sharma, V., S.K. Singh, D. Anderson, D.J. Tobin, and A. Dhawan (2011) Zinc oxide nanoparticle induced genotoxicity in primary human epidermal keratinocytes. J Nanosci Nanotechnol 11: 3782-8.
5. Iavicoli, I., V. Leso, L. Fontana, and A. Bergamaschi (2011) Toxicological effects of titanium dioxide nanoparticles: a review of in vitro mammalian studies. Eur Rev Med Pharmacol Sci 15: 481-508.
6. Tran, D.T. and R. Salmon (2011) Potential photocarcinogenic effects of nanoparticle sunscreens. Australas J Dermatol 52: 1-6.
7. Burnett, M.E. and S.Q. Wang (2011) Current sunscreen controversies: a critical review. Photodermatol Photoimmunol Photomed 27: 58-67.
8. Lansdown, A.B. and A. Taylor (1997) Zinc and titanium oxides: promising UV-absorbers but what influence do they have on the intact skin? Int J Cosmet Sci 19: 167-72.
9. Schafer-Korting, M., H.C. Korting, and E. Ponce-Poschl (1994) Liposomal tretinoin for uncomplicated acne vulgaris. Clin Investig 72: 1086-91.
10. McKinney, W., M. Jackson, T.M. Sager, J.S. Reynolds, B.T. Chen, A. Afshari, K. Krajnak, S. Waugh, C. Johnson, R.R. Mercer, D.G. Frazer, T.A. Thomas, and V. Castranova (2012) Pulmonary and cardiovascular responses of rats to inhalation of a commercial antimicrobial spray containing titanium dioxide nanoparticles. Inhal Toxicol 24: 447-57.
11. Schauder, S. and H. Ippen (1997) Contact and photocontact sensitivity to sunscreens. Review of a 15-year experience and of the literature. Contact Dermatitis 37: 221-32.
12. Shaw, T., B. Simpson, B. Wilson, H. Oostman, D. Rainey, and F. Storrs (2010) True photoallergy to sunscreens is rare despite popular belief. Dermatitis 21: 185-98.
13. Janjua, N.R., B. Mogensen, A.M. Andersson, J.H. Petersen, M. Henriksen, N.E. Skakkebaek, and H.C. Wulf (2004) Systemic absorption of the sunscreens benzophenone-3, octyl-methoxycinnamate, and 3-(4-methyl-benzylidene) camphor after whole-body topical application and reproductive hormone levels in humans. J Invest Dermatol 123: 57-61.
14. Wang, S.Q., M.E. Burnett, and H.W. Lim (2011) Safety of oxybenzone: putting numbers into perspective. Arch Dermatol 147: 865-6.
15. Yin, J.J., Q. Xia, and P.P. Fu (2007) UVA photoirradiation of anhydroretinol–formation of singlet oxygen and superoxide. Toxicol Ind Health 23: 625-31.
16. Xia, Q., J.J. Yin, S.H. Cherng, W.G. Wamer, M. Boudreau, P.C. Howard, and P.P. Fu (2006) UVA photoirradiation of retinyl palmitate–formation of singlet oxygen and superoxide, and their role in induction of lipid peroxidation. Toxicol Lett 163: 30-43.
17. Cherng, S.H., Q. Xia, L.R. Blankenship, J.P. Freeman, W.G. Wamer, P.C. Howard, and P.P. Fu (2005) Photodecomposition of retinyl palmitate in ethanol by UVA light-formation of photodecomposition products, reactive oxygen species, and lipid peroxides. Chem Res Toxicol 18: 129-38.

 

Wenn Ihr in Eile seid und mir trotzdem zeigen möchtet, ob Euch der Artikel gefallen hat, dann lasst mir doch einfach Sternchen da! Bei Gedanken, Verbesserungsvorschlägen oder Hinweisen freue ich mich über ein Kommentar, um sie zu berücksichtigen!
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22 Comments

  • Danke für den mal wieder sehr interessanten Post. Bei all den Infos zu Inhaltsstoffen ist es manchmal gar nicht so einfach nicht die Übersicht zu verlieren.

    • Danke Dir! Das ist wirklich ein Fass ohne Boden… da kommen sicher noch ganz viele andere Teile!

  • Auch von mir vielen Dank! Ich werde die Berichte sicher noch mehrere Male durchgehen; ich finde die ganze Serie höchst interessant.
    Übrigens…seit ein paar Tagen probiere ich das Eucerin Sonnenfluid, das ich durch Euch kennengelernt habe- absolute Begeisterung!!! Komme bestens zurecht, vertrage es super- das wird meine Sonnenpflege 2013. Vielen, vielen Dank fürs Vorstellen und Empfehlen!
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Martina

    • Oh! Das freut mich! – Ich fand es auch DEUTLICH besser als alles andere, was ich bisher probiert hatte! Ich finde aber immer schön zu hören, dass es anderen ähnlich geht, weil ich dann weiß, dass es nicht nur subjektive Dinge sind und umso besser kann ich es weiter empfehlen! Vielen Dank für Deine Rückmeldung!
      :-*

      • Schön, dass Dir der Artikel gefallen hat – ich schnitze schon an den Mythen und Märchen, das wird ein Spaß!

  • Vielen Dank auch von meiner Seite für deine Mühe die Infos so kompakt zusammenzutragen. Es erleichtert einem den Umgang mit Mythen und Halbwissen doch enorm und ich weiß so endlich, worauf ich achten sollte.

    • Herzlichen Dank für das Lob – ich musste mich ja stark beschränken, sonst wäre das ein ewig langer Artikel geworden…

  • Ach, lustig, dass Benzophenone-3 hier auftaucht – das habe ich nämlich neulich in meinem Nfu.Oh Nail Trainer entdeckt, also einem Nagellack, und beim Nachschlagen auf Codecheck.info war ich erstmal etwas erstaunt. Ich kann mich allerdings noch nicht entscheiden, ob mich deine Aussagen (und die entsprechenden Quellen) jetzt beruhigt haben, oder noch nicht. *g* Irgendwie doch komisch, sich den Stoff auf die Nägel zu packen – habe ich auch sonst noch in keinem Nagellack gesehen. Mysteriös.

    • So mysteriös ist das gar nicht – Benzophenone-3 ist ein Fotoinitiator, reagiert also mit UV-Licht, bildet dann Radikale, die eine Kettenreaktion auslösen, was zum Aushärten von z.B. Lack führt. Normalerweise tun sie das in Parkettlack, aber in Nagellack funktioniert das natürlich auch!

      • Ahhh, alles klar, gut zu wissen. Na, dann macht das tatsächlich Sinn. Jetzt interessiert mich umso mehr, welche Stoffe denn sonst im Nagellack dafür verantwortlich sind.
        Hm, spontan habe ich Lust, Chemie/Biologie zu studieren – schade, dass ich nicht sehr begabt bin 😀
        Vielen Dank daher auch für diese Posts, sie sind wirklich sehr interessant!

      • Uff, mit der Aushärtung von Nagellack habe ich mich bisher noch nicht im Detail beschäftigt, aber irgendwann wollte ich mich auch noch dieser Gruppe der Inhaltsstoffe widmen.

        Was die „Begabung“ angeht – gerade bei Bio und Chemie sind es eher Fleiß und Aufgeschlossenheit gegenüber dem Thema, die zum Erfolg führen. Aber das nur ganz am Rande…

  • wieder ein sehr interessanter Bericht, vielen Dank! seit ich mich näher mit Inhaltsstoffen, Sonnenschutz usw. beschäftige, kriege ich nicht genug von diesen Themen..
    freue mich schon auf die weiteren Beiträge 🙂

    • Danke für den Zuspruch – so ein wichtiges Thema kann gar nicht ausführlich genug besprochen werden und jedes Mal, wenn ich denke, jetzt wüsste ich alles, kommt wieder ein interessanter Fakt um die Ecke…

  • Um ehrlich zu sein, finde ich dieses Thema sehr kompliziert. Ich blick auch durch die Inhaltsstoffe nur schlecht durch.
    Ich hab jetzt das Eucerin Fluid in LSF 30 gekauft, das ist glücklicherweise auch echt gut, was den Tragekomfort betrifft. Bei Codecheck allerdings sind zwei Incis als schlecht eingestuft, Homosalate und Butyl Methoxydibenzoylmethane. Da steht was, dass die im Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken. Du gehst ja im Artikel auf zwei chemische Filter ein. Ist das vergleichbar? Oder sagen dir die beiden oben genannten denn was? Mich verunsichert das irgendwie. Über einen Tipp wäre ich also sehr froh 🙂

    • Hallo Daisy,

      Codecheck ist in meinen Augen eine sehr schlechte Informationsquelle, da die dort verwendete Einteilung in gut und böse oftmals ohne den nötigen Sachverstand vorgenommen wird.

      Homosalate und Butyl Methoxydibenzoylmethane wurde in derselben Studie getestet, in der auch Benzophenone-3 hormonähnliche Wirkung in vitro nachgewiesen wurde. Diese Ergebnisse sind nicht 1:1 auf den Menschen übertragbar und es gibt bis heute keine Studie, die eine hormonähnliche Wirkung von Homosalate oder Butyl Methoxydibenzoylmethane im Menschen nachweist. Das sehe nicht nur ich so, sondern auch andere Wissenschaftler, vielleicht magst Du Dir hierzu mal diesen kurzen Kommentar durchlesen:

      Bolt HM, Guhe C, Degen GH (2001) Comments on „In vitro and in vivo estrogenicity of UV screens“, Environ Health Perspect. 109: A358-361

      http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1240419/pdf/ehp0109-a00358.pdf

      Somit komme ich zu dem Schluss, dass diese beiden Inhaltsstoffe nach dem momentanen Stand der Forschung keine hormonähnliche Wirkung im Menschen haben und die Klassifizierung bei Codecheck (mal wieder) nicht korrekt ist.

      Falls Du sonst noch Fragen haben solltest, dann melde Dich bitte!

  • Beatyjungle hat mir gerade einen Link dazu per twitter verschickt. Werde mir das Ganze gleich durchlesen und bei mir verlinken. Es sieht nach einem guten Job aus! 🙂

      • Hallo A&K, ich merke gerade jetzt, dass Du ja eine Co-Autorin bist… Ich muss mich jetzt durch Deine vermutlich fachlich sehr hoch qualifizierten Beiträge durchforsten.

        Ich würde mich riesig freuen, wenn Du mehr zum Sonnenschutz schreiben könntest! Sehr viel wir hier in der Blogosphäre einfach von diversen Internetbeiträgen abgeschrieben/kopiert, ständig auf Beautypedia hingewiesen, sogar auf Marie Clair etc… Man kann dazu viel lesen und es auch einigermaßen verstehen. Doch wenn jemand keine Biologie/Chemie/Physik studiert hat, wird die Zusammenhänge nicht völlig begreifen.
        Kurzum: Wir brauchen da wirklich eine Fachfrau! 🙂

  • Danke für die umfassenden und endlich mal verläßlichen Informationen! Wäre doch alles im Internet so aufbereitet…
    Ich habe eine etwas abschweifende Frage dazu, da du den „Sonnenschutz von innen“ durch regelmäßiges Grüntee-trinken angeführt hast. Was kannst du im Kurzen dazu sagen? Ich habe das noch nie gehört, und für eine sehr helle, grünteeliebende Blasshaut wie mich sehr interessant.
    Viele liebe Grüße aus Ö,
    Viv

    • Huhu Evelyn,

      danke Dir für die freundlichen Worte!

      Zum grünen Tee: Dieser enthält Antioxidantien, die den Hautschäden durch UV-Strahlung vorbeugen können. Allerdings ist dieser Schutz nicht mit dem von Sonnencreme zu vergleichen und eher ein allgemeiner Gesundheitsaspekt als ein wirklicher Sonnenschutz.

      In meinem nächsten Artikel werde ich mich genau diesen ganzen natürlichen Substanzen im Bereich Sonnenschutz widmen – noch ein klein wenig Geduld!

      Alles Liebe,

      A&K

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