[TAG] What’s in my Bag? (A&K)

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Von Wegen 3 Zimmer / Küche / Bad – so aufgeräumt und rümpelfrei wie bei shelynx geht es in meiner Handtasche nicht zu. Wobei der Singular an dieser Stelle wirklich nicht angebracht ist – auf meinem Flugzeugträger wohnen noch kleine Nebentaschen, was den nahezu täglichen Wechsel der Tasche zu einem Kinderspiel macht. Denn bei mir muss die Tasche immer zum Rest der Klamotten passen, was mittlerweile zu einem Stauraumproblem des Stauraumes führt – aber das ist eine ganz andere Geschichte…

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Diese schwarze Tasche habe ich 2006 während eines Forschungsaufenthaltes in Hong Kong gekauft. Der junge Designer, von dem ich sie habe, hat sich sehr gefreut, dass sie mit mir die Welt bereisen darf und auch wenn sie mittlerweile schon ein wenig schrabbelig und von der Sonne verbleicht ist (so viel zum Thema Sonnenschutz…), fühle ich mich immer noch sehr wohl in ihr. Die Innen- und Außentaschen nutze ich nur bedingt, dort stopfe ich maximal ein Kaugummipapier oder anderen unwichtigen Kleinkram rein, so kann sich zumindest im Hauptfach keine Müllhalde entwickelt.

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Mein hochgeschätzter Herr Lebensgefährte ist fest davon überzeugt, dass in meiner Tasche Krokodile wohnen und weigert sich standhaft, hineinzugreifen. Wenn ich so in diesen Orkus blicke… nunja, vielleicht hat er ja Recht damit.

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1) Wasserflasche – ich bin ein Kamel. Zumindest, was meinen Wasserkonsum angeht. Normalerweise gehe ich nicht ohne kühles Nass aus dem Haus, stilvoll transportiert in einer Thermosflasche, die es auf einer Konferenz in Honolulu, Hawai’i gab.

2) Passend dazu die Brotdose, die immer mindestens ein paar Stück Karotten und/oder Apfel beinhaltet. Den Aufkleber „Mad Scientists Union“ habe ich übrigens von einer meiner Studentinnen geschenkt bekommen. Ob sie mir damit etwas sagen wollte?

3) Geldbeutel – den habe ich jetzt schon über zehn Jahre und er hat so einiges mitgemacht – zweimal verloren gegangen, einmal in den Mekong gefallen, Bekanntschaft mit einer Wunderkerze geschlossen und er sieht immer noch gut aus. Qualität zahlt sich eben doch aus – das habe ich erst neulich wieder gedacht, als der Reißverschluss anfing, zu haken und er ohne Anstalten sofort kostenlos repariert wurde.

4) Schlüsselband – ok, das klingt jetzt blöd, aber das ist eigentlich der Schulterriemen der Kelly Bag meiner Mutter. Nobel geht die Welt zugrunde… aber bevor das Ding einstaubt, habe ich es mir lieber gegriffen und auch dieser Vertreter der Hochpreislederware behauptet sich seit Jahren gegen konsequent schlechte Behandlung. Ich sage nur: Lösungsmittelpfütze auf dem Labortisch!

5) iPod touch – da ich immer Unmengen von Musik dabeihaben will, ist mein iPod ein treuer Begleiter. Hier speichere ich auch Podcasts und Fotos. Musikalisch oszilliere ich zwischen Björk, k.d. lang, Rammstein, Lady Gaga und Dresden Dolls – nur Hörbücher mag ich nicht leiden. Er wohnt in einem selbstgenähten Etui aus Filz mit Hirschhornknopf, was ich hübsch und praktisch finde.

6) Kopfhörer von B&O – waren ein Geschenk meines Vaters, der gerne drei Tage lang Testberichte liest, um das beste Produkt herauszufiltern. Wenn dieses dann auch noch so schön giftgrün ist, will ich mich nicht beschweren!

7) Kamera– ohne sie gehe ich nicht aus dem Haus. Aktuell benutze ich eine Sony Cybershot DSC-W630. Mein ständiger Begleiter muss enorm lichtstark sein, Panoramen aufnehmen können und alle Einstellungen müssen auch manuell zu justieren sein. Und all das kann er!

8) Mobilfunktelefon – muss halt sein. Ich pflege kein pseudoerotisches Verhältnis zu meinem Sprechstein und nutze ihn wirklich nur zum Telefonieren und SMS schreiben. Mobiles Internet habe ich zwar, nutze es aber kaum, da ich es unheimlich nervig finde, immer überall auf einer Mäusetastatur herumzutippen – ich schaue mir lieber andere Menschen, Autos, Schaufenster und alles andere an.

9) Alte Theaterkarte. Oder Kinokarte. Oder ein ausgedrucktes, aber seit Tagen nicht gelesenes Paper. Oder einer der Zettel, die mir mein hochgeschätzter Herr Lebensgefährte manchmal in den Krokodilkäfig schummelt.

Kramtasche – was sonst so rumfliegen würde.

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10) Handcreme – immer von L’Occitaine, die Sorten wechseln. Nur die Rosenhandcreme kommt mir nicht mehr in die Tasche, der Geruch geht überhaupt gar nicht.

11) Brillenputztücher – Plural. Ich muss immer eine saubere Brille haben, sonst werde ich tobsüchtig. Ganz krank machen mich auch Menschen, die ihre Brille mit einem Taschentuch oder gar am Ärmel putzen – denen biete ich gerne mal ein anständiges Brillenputztuch an.

12) Notizbuch und Notizzettel – ganz wichtig. In dem kleinen pink Buch notiere ich mir alle Adressen, die ich auf meinen Reisen als spannend eingeordnet habe. Momentan gefüllt mit den besten Tipps für London, Paris, Barcelona, Kreta und Mallorca!

13) Pfefferminzbonbons – biete ich vor allem denen an, die neben mir sitzen. Im Bus. Im Theater. Im Kino.

14) Der fiese kleine orange Post-it-Block – der ist berüchtigt bei meinen Kollegen! Hinter der knallorange Fassade wohnen die kleinen Zettel, die ich gerne dort verteile, wo Unordnung ist. Oder in öffentlichen Waschräumen an Spiegel klebe, ergänzt um den Satz „Du siehst super aus“!

15) Lippenpflege – Art und Marke wechseln auch ständig, da ich das eine, perfekte, wunderbare Lippenpflegeprodukt noch nicht gefunden habe.

16) USB-Speicher – da ich zu den selten werdenden Menschen gehöre, die Fotos nicht nur machen, sondern auch ausdrucken und einkleben, müssen sie irgendwie in den Fotoladen kommen. Und dann wären da noch das unfertige Manuskript, das elektronische Ticket für das nächste Konzert und die Folien meiner Vorlesung. Neulich ist mir einer meiner USB-Speicher verloren gegangen und das ärgert mich immer noch.

17) Stifte – Ein kleines Assortiment, das für alle Fälle geeignet ist. Und ja, sie schreiben alle.

Medizinfrautäschchen – die kleine Hausapotheke für unterwegs.

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18) Korodin Kreislauftropfen – wenn sich mal wieder alles dreht. Ganz ohne Weißweinschorle.

19) Lippenherpescremes – leider bekomme ich innerhalb von wenigen Stunden Lippenherpes, wenn ich mich heftig aufrege. Es lebe die psychosomatische Erkrankung! Beste Erfahrungen habe ich mit „LipActin“ von Louis Widmer gemacht, aber auch das Fenistil-Zeugs ist nicht übel.

20) Augentropfen – wer kennt es nicht: Da starrt man stundenlang auf den Bildschirm und dann bekommt man die Augen vor lauter Trockenheit nicht mehr zu. Und danach nicht mehr auf.

21) Taschenmesser – 1995 in New York gekauft und sogar zu den heftigsten Flugsicherheitskontrollzeiten nie ein Problem.

22) Pillendose – von meiner Oma geerbt. Innen drin: Drei verschiedene Schmerzmittel. Man weiß ja nie. Auch hier gilt: Wer mit mir unterwegs ist, weiß um diese Dose und muss sich nicht selbst um die Schmerzbekämpfung kümmern.

23) Schwarzer Kajal. Falls ich doch mal die Wasserlinie anmale und unterwegs nachlegen will. Oder muss. Was glaube ich das letzte Mal 2009 der Fall war.

24) Probe von „Angel“ von Thierry Mugler – der einzige Duft, dem ich treu bin. Seit bald 20 Jahren. Unangefochtener Liebling.

25) Puderdose in Marienkäferform von Esteé Lauder. Habe ich sicher auch schon seit 15 Jahren. Zum Glück nachfüllbar!

26) Die hässliche türkis Schachtel beinhaltet Blasen- und sonstige Pflaster. Nicht schön, aber enorm hilfreich. Da ich auch hier sehr großzügig gegenüber anderen bin, habe ich gerne die volle Angebotspalette dabei.

27) Nagelfeilen – die kleine Glasfeile gab es neulich bei essie als kostenlose Zugabe und die andere Feile kann auch mal ein Mann benutzen, ohne doof auszusehen.

28) Sicherheitsnadeln – haben mir schon so manches Mal den Abend gerettet.

Nicht mit auf dem Foto: 29) Taschentücher,  30) Visitenkartenetui und 31) Sonnenbrille. Ersteres ist unspannend, zweites will ich endlich ersetzen, also erspare euch den Anblick des traurigen Wesens, dem die Zeit dann doch sehr zugesetzt hat und drittens – wo ist die eigentlich?!?

Puuh, was da alles zusammenkommt. Ich frage mich gerade, ob ich das wirklich alles brauche (und kenne die Antwort – eigentlich). Vermutlich liegt es daran, dass ich immer gerne überall vollkommen autark auf alle Eventualitäten vorbereitet sein will. Das bezahle ich dann wohl mit einem Tascheninhalt, der stolze 1377 Gramm auf die Waage bringt…

Und, wer bietet mehr?

Wenn Ihr in Eile seid und mir trotzdem zeigen möchtet, ob Euch der Artikel gefallen hat, dann lasst mir doch einfach Sternchen da! Bei Gedanken, Verbesserungsvorschlägen oder Hinweisen freue ich mich über ein Kommentar, um sie zu berücksichtigen!
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13 Comments

  • Heftig! Mit dir wäre ich auch gern unterwegs, da muss man sich ja um nichts kümmern 😉
    Ich habe auch gerne Schmerzmittel und evtl Pflaster dabei (die werden Im Geldbeutel verstaut). Ansonsten bin ich ziemlich unvorbereitet für die Eventualitäten des Lebens 😀

    • Wobei ich mich ja auch noch an meine Begleitungen anpasse – wenn ich länger mit jemandem unterwegs bin, der z.B. immer friert, stecke ich noch einen Notfallschal ein. Sowas kann ganze Urlaube retten!

  • Sehr schöner Einblick in deine chaotische Tasche 🙂 Ich finde mich in den meisten Utensilien wieder – vor Allem das „Was Frau halt so braucht- Täschchen“ sieht bei mir fast genauso aus. Braucht jemand Schmerztabletten? Zahnseide? Augentropfen? Einen Tampon oder Kontaktlinsenbehälter? Allergietabletten? Kreislauftropfen? Ich habe auch immer alles dabei 😀 Man weiß ja nie, wann man spontan das Land verlassen muss (oder will).

    Ich verstehe allerdings nicht, wie man den Rosenduft der L’Occitane Handcreme nicht lieben kann – nur um ihn zu schnüffeln, creme ich mir manchmal ohne Grund die Hände ein. Er ist soooo toll <3.

  • Also viel anders sieht es bei mir auch nicht aus, ich muss wohl auch mal den Inhalt meiner Tasche präsentieren.
    Allerdings nicht annäherend so ordentlich! Meine Taschen widersetzen sich immer wieder meinen Bemühungen sich sortieren zu lassen. Ich besitze mehrere kleine Kulturtäschchen für die Ordnung und alle sind sie irgendwie verschollen. Da muss ich wohl mal suchen gehen.

    Die Handtasche auf dem Bild ist übrigens sehr schön.

  • In meiner riesigen Handtasche sammelt sich so viel Kram, den ich immer ewig suchen muss. Ich werde also dein Täschchensystem einführen. Das finde ich super!!

  • Alter Schwede! Was macht Dein Rücken?! Aber mit Dir würde ich sofort auf einer einsamen Insel stranden, wir wären ausgerüstet für alles 🙂

    Die Tasche in der Tasche habe ich auch, aber ich miste regelmässig aus weil mein Rücken/Arm etc nicht mitmachen. Jetzte rst recht, wo ich noch aktuell knapp 7kg Lebendgewicht mitschleppe…

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