Jean Paul Gaultier Classique Sommer 2014

Der 1993 erschienene Duft „Classique“ von Jean Paul Gaultier erlebt regelmäßig eine Renaissance, die ihn neu einkleidet und ihn in Nuancen verändert. Die klassische Frauensilhouette des Flakons ist jedem ein Begriff. Aber ich muss gestehen, bisher hatte ich mir keinen Eindruck vom Duft selbst gestattet und hatte gedacht, es fiele nicht in mein Beuteschema. Der klassische Duft, eine Verbindung aus (u.a.) Rose, Sternanis, Orangenblüte, Ingwer, Vanille und Holz zeigt sich in einer zarten, pfirsichfarbenen Frauengestalt, während die limitierten Duftvariationen der Dame stets ein neues Kleid anziehen.

Allgemein

Und nun ist es Sommer 2014 und Jean Paul Gaultier hat sowohl Männern als auch Frauen je einen Sommerduft entwickelt, der nicht weit vom Original liegt, aber feine Nuancen Unterschied ins Spiel bringt.

Herstellerangaben:

„Jetzt für kurze Zeit! Jean Paul Gaultier verwandelt Classique in limitierter Version in eine Meerjungfrau. Die Haare wellen sich wild im Wasser, ein Fisch begleitet die Meerjungfrau zu ihrem Fund – einer wahren Duftperle. Classique duftet verführerisch nach Rose, Noten von arabischer Jasmin und den sinnlichen Aromen warmer Vanille.
– (Quelle: Douglas) –

Kopfnote:  Zitrone, Mandarine, Rose, Orangenblüte, Clementine
Herznote: Jasmin-Sambac, Ylang-Ylang, Maiglöckchen, Iris
Basisnote: Vanille-Absolue, Moschus, Amber

Preis:  59,95 € für 100ml bei Douglas, 46,95€  bei Parfumdreams, 51,33€ bei Parfümerie Pieper

Der Flakon behält stets seine weibliche Form und ich muss gestehen, dieser stehe ich ambivalent gegenüber, denn diese Optik hat auf mich früher (man muss sich vorstellen, dass ich ja auch etwa 20 Jahre jünger war, als das Parfum beliebt wurde) auch ein wenig zu erotisch gewirkt. Mit 13 wirkten die beiden Menschenkörper (Frau wie Mann) und die intensiven Parfums darin einfach zu mächtig auf mich. Heute weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, was mich so hat denken lassen. Die Form ist zurückhaltend stilisiert und wirkt weiblich, sinnlich aber nicht billig. Die stets wechselnde „Mode“ des Flakons für seine jeweiligen Editionen ist ein interessanter und kreativer Wechsel, der sich immer der aktuellen Zeit und dem Inhalt anpassen kann. – Dieses Mal sind es Korallen, Seesterne und eine Meerjungfrau, die den Schriftzug begleiten wie ein korallfarbenes Tattoo. Dass dabei Seesterne die Brüste schmücken, ist fast etwas „einfach“ gelöst, lässt den weiblichen Körper beim Betrachten jedoch nicht in Vergessenheit geraten.

Dass das Parfum keinen üblichen Deckel hat, ist ungewöhnlich! Eine Art maßgeschneiderte Stahlklammer hält den Sprühkopf davon ab, unbeabsichtigt verwendet zu werden. Die Abnahme ist nach etwas Gewöhnung simpel, aber nicht ganz so „automatisch“ möglich wie bei den typischen Parfumdeckeln. Optisch gefällt mir diese ungewöhnliche Lösung jedoch. Schlicht, simpel und funktionsmäßig.

Eindruck

Im ersten Aufsprühen kommen einem insbesondere die zitrisch-orangigen Noten entgegen, was auch der Hauptunterschied zum ursprünglichen Originalduft sein soll, so weit ich von anderen Berichten ersehen konnte. Dabei sind diese jedoch eher süßlich-zitrisch (Richtung Mandarine-Orange), weich, warm und versprühen gute Laune. Orange soll auch einer der meist geliebten Düfte sein, der stimmungsaufhellend wirkt!

Die ersten Momente mit Jean Paul Gaultier Classique Sommer 2014 sind purer Urlaub. Frisch. Nicht zu schwer, orangig … Es ist wie ein Orangenblütenhain in der Nähe des Meeres und ich kann nicht verstehen, weshalb andere den Duft als „schwer“ beschreiben (und normalerweise neige ich dazu, Düfte durchaus schnell als „schwer“ wahrzunehmen).

Der Jasmin dringt hinter den Orangen-Mandarinenoten hervor und verleiht dem Duft eine florale Würze, die ihn erwachsen und weiblich macht, dabei jedoch helle Töne beibehält. Iris legt ihren Puder wie einen matten Schleier, der die Eindrücke weich verbindet. Die Komplexität zwischen diesen Noten ist für mich der Charme des Duftes, der mich auch sofort eingenommen und überrascht hat. Bilder von einem Picknick in Sardinien… Orangenhaine… Meeresbrise… der Sonne, die ihre Intensität je nach Windstärke gefühlt auf der Haut verändert. Der Duft riecht nach gemeinsamem Lachen, Unbeschwertheit und der genussvollen Müdigkeit am Nachmittag unter den Zweigen der Orangenbäume.

Fazit

Es ist ein gutes Zeichen, wenn ich mich morgens immer wieder für einen Duft entscheide. Insbesondere in diesem Sommer, der häufig in Temperatur und Sonnenpräsenz schwankte, habe ich Classique Sommer 2014 aufgetragen… der Duft erinnert mich an das Versprechen von Sommer… Wenn es noch nicht zu warm ist, sondern die Orangen noch nicht ganz fertig gereift sind… an Jasminblüten, die trunken von der Sonne schon übereifrig ihren markanten Duft verströmen als könnte sie die Sonne damit näher ziehen.

Es handelt sich bei Classique nicht um einen wirklich „leichten“ Duft, so das sich ihn eventuell bei hohen Temperaturen nicht tragen würde, aber schwer ist er auch nicht… Es wirkt auf mich wie ein Wechselwesen, ein Grenzwanderer zwischen Leichtigkeit und floraler Würze und damit perfekt für diesen launischen Sommer. Die Haltbarkeit ist bei mir leider relativ gering. Nach 3h habe ich das Gefühl, nur noch sehr wenig wahrzunehmen. Er erinnert mich vom Gesamteindruck durch die florale Würze und etwas Markantes (Jasmin?, Maiglöckchen, Ylang-Ylang?) ein wenig an Vicolo Fiori von Etro.

Mich hat Jean Paul Gautier Classique Sommer 2014 sehr bereichert und überrascht. Besonders für die Tage in den Sommer hinein, die noch nicht schwer und heiß sind, aber auch sonnige Herbsttage finde ich ihn sehr angenehm und durch die orangigen Noten freundlich, weich und aufgeweckt.

„Summer afternoon—summer afternoon;
to me those have always been the two most
beautiful words in the English language.

– Henry James-

Selbes Produkt, andere Autoren:

Schon Ausprobiert?! 
Mel et Fel
I Need Sunshine

 


Kennt Ihr die wechselnde Frauensilhouette?
Habt Ihr eine Lieblingsversion?

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