Future in our Hands – L’Oreal Makeup Genius

Vor kurzem war ich das erste Mal seit vielen Jahren wieder in Berlin. L’Oreal Paris hat eingeladen und mich dabei gleich auf zwei Ebenen angesprochen:

Das Mädchen in mir war begeistert von der der dekorativen Kosmetik und der Smartphone Spielerei und der Nerd in mir war fasziniert von den technischen Möglichkeiten, die inzwischen nicht mehr von raumfüllenden Computern ausgeführt werden müssen, sondern in unsere Handfläche passen.

Alle Bilder lassen sich mit einem Klick vergrößern

Im folgenden Artikel werdet Ihr merken, dass Mädchen und Nerd sich abwechseln und mischen und ich hoffe, dass es ganz spannend sein wird…

MAKEUP GENIUS & AUGMENTED REALITY

Eigentlich für Hollywood entwickelt, wurde die Technologie von Filmen wie „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ (Filmtip by the way!) und 3D Videospielen durch L’Oreal Paris für eine App genutzt, die im Sinne von „Augmented Reality“ (erweiterte Realität > computergestützte Erweiterung der Wahrnehmung) inzwischen Einzug in viele informative, lustige und hilfreiche Anwendungen gehalten hat. Einige Beispielse davon sind:

Google Goggles
Wikitude World Browser
Google Ingress (Game)
Snape Shot Show Room (noch nicht gekaufte Möbel in der eigenen Wohnung sehen)
ColAr Mix (3D Bilder von gemalten Zeichnungen für Kinder).

Makeup Genius geht weiter. Statt Makeup auf ein statisches Bild zu legen, legt sich es sich über Eure Handycamera auf Euer sich bewegendes Gesicht und die Illusion von Makeup bleibt bestehen.

Technisch ist L’Oreal Paris Makeup Genius allein aus dem Grund schon interessant, dass die Rechenleistung, die normalerweise für Filme und die Special Effects bereits enorme Computer und Kapazitäten erfordert durch Forschung und Entwicklung von Algorithmen in einer kleinen App umgesetzt werden konnte.

EIN MAKEUP SIMULATOR

Die App ist dazu da, die neuesten Looks & Produkte auf dem eigenen Handy “anzuprobieren”. Interessantes und Neues zu erproben, Nuancen zu testen und die Frage zu beantworten, ob der ein oder andere Look/ das ein oder andere Produkt einem stehen könnten.

Den Lidstrich zieht die App beispielsweise besser als ich es könnte… Wer immer einmal wissen wollte, ob ihm ein Lidstrich oder ein Smokey Eye steht… einfach einmal ausprobieren!

Sieht doch aus wie echt – oder?

Der Start des Apps in Deutschland war vor etwa 2 Wochen! Es ist also noch ganz neu und es soll fortlaufend mit neuen Inhalten gefüttert werden und als kosmetische Anprobemöglichkeit dienen.

Für Android soll die App ab 2015 zur Verfügung stehen.

MAKING OF & DETAILS

Guive Balooch ist Global Director des Connecte Beauty Incubator bei L’Oreal Research and Innovation und sucht für L’Oreal gezielt nach spannenden, neuen Technologien, die man auch für die Beauty Industrie nutzen kann. Er selbst hat Molekular- und Zellbiologie (BA) studiert und war auch in der Pharmaindustrie in der Krebsforschung tätig, bevor er zu L’Oreal kam.

Gerne möchte ich Euch dieses Video zeigen, in dem Guive das Making Of der Makeup Genius App an Beispielen und Aufnahmen während der Schaffungsphase erklärt.

Über Facial Tracking wurden Gesichter aufgenommen, 64 Bezugspunkte festgelegt und Bewegungen zusammen mit der Kenntnis über Farben und Produkte in Algorithmen umgewandelt, die eine natürliche Farbwiedergabe mit einer Smartphone Kamera ermöglichen sollen.

Es wurden 400 verschiedene Belichtungsumgebungen mit einbezogen, um eine sinnvolle Wiedergabe/Korrektur zu ermöglichen an unterschiedlichsten Endgeräten (Android, iOs, Laptop, usw) und mehr als 4.000 Fotos ausgewertet. Danach wurden Daten gesammelt von Frauen unterschiedlichster Hautnuancen und Herkunft mit über 30.000 Bildern. Aus diesen beiden großen Erhebungen zusammen wurden die Algorithmen für Farbechtheit und Makeup bestimmt. Dabei fließen auch nach Angaben von L’Oreal Farbe, Glanz, Materialbeschaffenheit und Lichteffekte des Produktes in das Ergebnis mit ein.

VERWENDUNG & EINDRUCK

Wie die meisten Apps simpel zu installieren und los geht es. Gesicht kalibrieren, Look oder Produkte auswählen und los. Und danach ist man 20 Minuten minimum beschäftig… Diesen Lippenstift noch und die Augen noch ein wenig anders…

Und ich bin in der Tat überrascht, wie realistisch das Makeup wirkt. Den Kopf kann man bis zu 60° drehen, ohne den Lidstrich oder die Lippenfarbe zu verlieren.

Bei manchen Looks habe ich das Gefühl, dass es noch nicht ganz rund läuft oder die richtigen Daten hinterlegt sind (z.B. Berlinale Look), aber alles in allem funktioniert es erstaunlich! Die Lippenfarben finde ich teils etwas zu transparent und es wäre toll, den Namen der gewählten Nuance direkt bei der digitalen Applikation zu erkennen. Aber man kann ihn auch erfahren, wenn man das kleine „i“ für Information bei der Produktauswahl trifft, um mehr zu erfahren.

Noch sind wahrscheinlich nicht alle Produkte und Nuancen eingespeist. Ich bin schon neugierig, wenn mehr und mehr hinzukommen wird. Produktkategorien wie Wimpern, Foundation oder Puder sind ausgespart, wahrscheinlich wäre die Umsetzung wenig aussagekräftig. Im Grunde finde ich es einen Pluspunkt, denn damit zeigt L’Oreal Paris, dass ihnen daran gelegen war, nah an der Realität zu bleiben und nicht wie manche Bildbearbeitungs-Apps unrealistische Haut oder Wimpernaufschläge zu generieren, nur um unrealistische Kindchen-Schema-Effekte zu generieren.

Produkte lassen sich per Barcode auch mitten im Geschäft einscannen und am Handy ausprobieren oder direkt online über das App kaufen.

Neuigkeiten

Nächstes Jahr gibt es übrigens einen Geburtstag! Der L’Oreal Paris Color Riche wird 30 Jahr alt! Dazu hat L’Oreal sich natürlich etwas einfallen lassen und wir dürfen auf Sondereditionen hoffen.

Eine der Neuerungen könnte ein sehr genialer Lippenstift in tiefem Lila sein… Auch wenn er sicher nicht allzu alltagstauglich für die meisten unter uns ist… Ich fände ihn sehr gelungen und vielleicht in geringer Stückzahl als Limited Edition ein mutig-modernes Glanzstück.

Übrigens war ich tatsächlich beeindruckt… das allererste Werbebild für Color Riche sieht absolut zeitlos und modern aus! Leider habe ich keine qualitativ hochwertige Aufnahme, aber ich bin überrascht wie allgemeingültig und ästhetisch die Bilder über 30 Jahre sind. Das ist nicht selbstverständlich.

FAZIT

Für mich persönlich ist es spannend, wie Technik immer mehr Einzug in unser alltägliches Leben findet. Ich habe vor 25 Jahren schon Sci-Fi geliebt und weiß oft nicht, ob man überrascht sein sollte, wie viel davon wirklich auch inzwischen machbar ist. Manchmal bin ich dankbar für all die sympathischen Nerds, zu denen ich früher auch selbst gehört habe, die sich davon inspirieren ließen und in der Zukunft aktiv nach Möglichkeiten der Umsetzung suchen… Ein 3D Drucker… Handys… Bluetooth Earphones…

Den einen macht der Einzug von Technik, das Verschwimmen von Privatsphäre und Grenzen auch (nicht ganz zu Unrecht) Angst. Was an Daten, Informationen, Vorlieben etc. gesammelt wird… kann ein wenig ehrfurchtgebietend sein und wohin sie wirklich fließen… . Und wie bei jedem interessanten Thema wird es immer auch die Möglichkeit geben, Schaden anzurichten oder daraus Macht zu gewinnen. – Dennoch bestaune ich die Entwicklung und der Nerd in mir ist aktuell Feuer und Flamme für die Zukunft. Ich freue mich, die Zukunft zu erleben und bin gespannt, was in 10 Jahren selbstverständlich ist. Ich hoffe, dass auch Menschen in hohem Alter etwas mehr Leben möglich sein wird, wenn die Körper nicht mehr mitmachen, aber auch wenn ich selbst eine Gamerin bin/war: die Welt vor der eigenen Haustür darf nicht vergessen werden.

Miriam Jacks trägt das „Heike Rot“ auf. Ein geniales, leuchtendes Rot.

Zum Thema Makeup Genius fehlt jetzt nur noch die Wearable Brille für den Partner, der mich immer perfekt geschminkt sieht, wenn er sie trägt… Makeup Genius zeigt, das ist absolut machbar. Vllt. wird man in der Zukunft das perfekte Makeup in einem Abo pro Monat abschließen und jeder mit der passenden Brille sieht einen damit… aber hoffen wir mal, dass die “sinnliche” und greifbare Kosmetik uns auch langfristig bleibt. Es ist ein durch und durch weibliches Ritual, das ein wenig Magie mit sich bringt, die immer analog sein wird.

Mit dabei waren u.a. auch Marion Hair Makeup, Smoonstyle,
Innen & Außen,DiorellasBeautyBlog,HeartToBreathe
und Fräulein Ungeschminkt

Gleiches Produkt, anderer Blog:
Smoonstyle
Diorella
Nikisbeautichannel

Vielen Dank für die Einladung von L’Oreal Paris und die spannenden Eindrücke!

Wenn Ihr in Eile seid und mir trotzdem zeigen möchtet, ob Euch der Artikel gefallen hat, dann lasst mir doch einfach Sternchen da! Bei Gedanken, Verbesserungsvorschlägen oder Hinweisen freue ich mich über ein Kommentar, um sie zu berücksichtigen!
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8 Comments

  • Sehr toller Beitrag und detaillierte Beschreibung! Ich freue mich sehr dich kennengelernt zu haben und hoffe sehr, dass wir uns mal wiedersehen :))) LG Aida

  • Das klingt ja wirklich nach einer spannenden Innovation. Ich finde solche Sachen immer höchst interessant aber auch ein Stück weit gruselig. Irgendwie die ersten Schritte in Richtung Kunstmensch oder Avatar. Vielleicht sitzen wir uns eines Tages gar nicht mehr richtig gegenüber?
    Sag mal, wie ist denn die Miriam Jacks so in Echt? Hast du ihre Pinsel mal angucken können? Da habe ich auch schon länger ein Auge drauf. Danke das du seine Leser so anschaulich teilhaben lässt.

  • Ich staune auch 🙂 Welch abgefahrene Idee! Danke fürs Teilhabenlassen! Anfangs konnte ich mir nicht so ganz vorstellen, dass es wirklich klappt, aber das scheint es ja ziemlich gut zu tun und ich kann gut verstehen, dass Du sagst, Nerd und Mädchen wechseln sich ab – dieses Bild trifft es auf den Punkt!

  • Danke für den ausführlichen Bericht und besonders toll, dass du auch etwas zur Technik dahinter sagst, denn es gibt genug Frauen, die sich für Beauty UND Technik interessieren!
    Eine wirklich spannende App, hätte nie gedacht, dass soetwas so gut funktionieren kann und hab solche Apps bisher für Spielereien für kleine Mädels gehalten, die ihr Foto mit pinkem Glitzer verzieren 😉
    Da man mit der Loreal App aber wohl wirklich realistisch testen kann, welche Farben/Looks einem stehen, werde ich es vermutlich ausprobieren.
    Allerdings: du hast den Datenschutzaspekt selbst ja schon kurz angesprochen… wie sieht es denn mit dieser App aus, landen meine Fotos dann auf den Loreal Servern?
    Lieben Gruß Lizzy

    • Hallo Lizzy, ich kann Dir das jetzt nicht mit 100%iger Sicherheit sagen – ich denke aber nicht, da Du selbst entscheidest, ob und wie Du das Bild speicherst oder über Social Media versendest. Es ist letztlich keine Fläche wie Instagram für sich, sondern nur ein Programm, in dem die Bilder gemacht werden. Du kannst Deine Looks auch im App speichern… Ich musste jedenfalls nirgendwo ein Häkchen für irgendwelche Einverständniserklärungen setzen…

  • Klasse ich habe ein Handy das es noch nicht lange gibt für das es noch keine Hülle gibt und welches das Format des L’Oréal Genius NICHT unterstützt. ….
    Das Samsung galaxy Note edge…..
    Manchmal ist Highend noch nicht real……
    Mist Mist Mist. Ansonsten bin ich sehr zufrieden.
    Ich bekam es von meinem Schatz mit der S gearbeitet zu Weihnachten. Seitdem klimpert ich hier nur herum es ist so schnell.
    Hoffentlich gibt es bald ein update vom geniusü

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