Inhaltsstoffe von Kosmetika: Dichtung und Wahrheit – Teil 7 – Aluminium

aluhut-1

In den Weiten des www spuken allerlei Informationen zu Kosmetik-Inhaltsstoffen herum. Da es für den Laien schwierig ist, hier zwischen „richtig und falsch“ zu unterscheiden möchte ich (Adelsblass & Kunterbunt, Gastautorin) euch mit dieser Artikelserie eine Einschätzungshilfe für die (Un-)Gefährlichkeit verschiedener Inhaltsstoffe geben.

Kaum ein Inhaltsstoff von Kosmetika genießt momentan so viel Aufmerksamkeit wie Aluminium. In den Drogerieregalen recken sich kleine Hinweisschilder dem Deo-Käufer entgegen, die proklamieren, dass der Inhalt dieser Spraydose garantiert aluminiumfrei ist. Südamerikanische Catwalktrainer raunen im TV ebenso die momentan magische Botschaft, doch warum ist Aluminium auf einmal ein derartig ubiquitäres Thema?

ALUMINIUM & BRUSTKREBS 

Wie schon meine liebe Agata umfassend zu berichten wusste, basiert die Ablehnung gegenüber Aluminium zumeist auf einer Studie, die 2007 veröffentlicht und seitdem in Dauerschleife als Argumentationsgrundlage genutzt wurde.

Studie mit wenigen Patienten und ohne Referenzprobe gesunder Probanden

Forscher wiesen hier in Gewebeproben von 17 Brustkrebspatientinnen Aluminium nach, wobei die Menge im Außenbereich der Brust nahe der Achsel am höchsten war. Diese Beobachtung wurde mit der Vermutung in Zusammenhang gebracht, dass dies am Gebrauch aluminiumhaltiger Deos liegen könnte (Exley et al., 2007). Ein Vergleich mit Brustgewebe gesunder Patientinnen fand nicht statt, was menschlich nachvollziehbar ist, denn welche gesunde Frau würde sich für eine wissenschaftliche Studie freiwillig Brustgewebe entnehmen lassen?

Auch in einer vorhergehenden Studie fand lediglich der Vergleich zwischen malignem (krebsbefallenen) und noch gesundem Gewebe von 46 Frauen statt. Im noch gesunden Gewebe wurden rund 15 µg Aluminium pro g gefunden, im malignen rund 23 µg pro g. Die Autoren führten diese Beobachtung auf die gesteigerte zelluläre Aktivität und Blutzirkulation in malignem Gewebe zurück (Ng et al., 1997).

Keine der beiden Studien legte die Schlussfolgerung nahe, dass „Aluminium Krebs macht“. Nur leider wurden diese und viele andere Studien miss- und unverstanden und so manifestierte sich durch die Gebetsmühlen der Medien der Eindruck, dass der Gebrauch von aluminiumhaltigen Kosmetika zu Brustkrebsentstehung führt.

Studien mit isolierten Krebszellen nicht 1:1 auf den Menschen übertragbar

Zahllose Studien zur Wirkung von Aluminium auf isolierte Krebszellen wurden veröffentlicht. Besondere Bekanntheit erlangte dabei die Studie von Darbre, in der MCF7-Zellen (humane Brustkrebszellen außerhalb des menschlichen Körpers) mit Aluminiumchlorid, respektive Aluminiumchlorohydrat behandelt wurden und danach eine Veränderung der Östrogenaktivität festgestellt wurde (Darbre, 2005). Diese Veränderung kann bei der Brustkrebsentstehung eine wichtige Rolle spielen.

Wirksame Dosen Aluminium bisher im Menschen nicht nachgewiesen

Jedoch können Ergebnisse aus in vitro-Studien nicht 1:1 auf den Menschen übertragen werden und außerdem wurden in der Studie die Aluminiumsalze in hoher Konzentration (10-4 M) verwendet. Eine Lösung mit Aluminiumchlorid (M=133,34 g/mol), die 10-4 Molar ist, enthält rund 13,3 mg Aluminiumchlorid, bzw. 2,7 mg Aluminium (M=26,98 g/mol) pro Gramm Lösungsmittel.

Warum das wichtig ist? In den Studien, in denen malignes humanes Brustgewebe untersucht wurde, lag die Aluminiumkonzentration bei 23 µg pro g. Natürlich kann man Lösungsmittel nicht gleich Brustgewebe setzen, aber die Aluminiumkonzentration im Gewebe liegt um den Faktor 100 niedriger als im zellbasierten Versuchsaufbau. Schon allein dieser Umstand macht es enorm unwahrscheinlich, dass Aluminium in den Konzentrationen, die bisher in Gewebe gemessen wurden, einen Einfluss auf die Östrogenaktivität hat.

Keine Gesundheitsgefährdung durch Aluminium in Kosmetika

Im Oktober 2014 erschien ein ausführlicher Übersichtsartikel, der auf alle potentiellen Gesundheitsrisiken eingeht, die durch den Kontakt mit Aluminium auftreten könnten (Willhite et al., 2014). Um es kurz zu machen: Keine (!) der bisher veröffentlichten Studien konnte eine Gesundheitsgefährdung gleich welcher Natur durch die Verwendung von Aluminium in Kosmetika nachweisen. Zu diesem Schluss kommt auch das SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) in seiner „Opinion on the safety of aluminium in cosmetic products“ vom 18.06.2014 (SCCS, 2014).

Aluminium und Alzheimer

Die Brustkrebsgefahr durch aluminiumhaltige Deos können wir also sehr wahrscheinlich vergessen. Aber wollen wir auch alles andere vergessen? Immer häufiger taucht in Diskussionen über Aluminium auch die Behauptung auf, dass die Verwendung von entsprechenden Kosmetika zu Demenz, bzw. Alzheimer führen kann. Um die Pointe vorweg zu nehmen: Diese Gefahr besteht nicht, siehe die Stellungnahme der SCCS (SCCS, 2014).

Ergebnisse aus alter Studie nur eingeschränkt aussagekräftig und relevant

Doch wie kommt es zu solchen Fehlannahmen? Es war 1965, als Forscher herausfanden, dass durch die Applikation von Aluminiumsalzen in das Gehirn von Kaninchen Alzheimer-ähnliche Symptome und histologische Auffälligkeiten herbeigeführt werden konnten (Klatzo et al., 1965). Auch wenn die Erkenntnisse dieses Artikels durch zahlreiche andere Publikationen zwar nicht wiederlegt, aber doch in ihrer Aussagekraft und Relevanz stark eingeschränkt wurden (z.B. Bertholf et al., 1989; Grundke-Iqbal et al., 1985), hat es doch die Studie von 1965 geschafft, durch häufige Verweise vor allem in Internet-Diskussionen das Nonplusultra zu bleiben.

Die nächste Frage, die sich aufdrängt, ist: Kann Aluminium aus dem Körper überhaupt in das Gehirn gelangen, das heißt, die Blut-Hirn-Schranke überwinden? In kleinen Mengen ist dies möglich und in den Gehirnen von Menschen, die an Alzheimer verstorben sind, konnten erhöhte Mengen von Aluminium nachgewiesen werden, stellvertretend seien hier nur zwei Studien genannt (Trapp et al., 1978; Xu et al., 1992).

Grund für Aluminiumablagerungen in Alzheimer-Gehirnen bleibt unbekannt

Doch was war zuerst? Ähnlich dem Huhn und dem Ei ist bis heute nicht klar nachgewiesen, ob der Einfluss von Aluminium die Entstehung von Alzheimer bedingen oder ob Alzheimer zu einer verstärkten Aufnahme von Aluminium durch eine geschwächte Blut-Hirn-Schranke führen könnte.

Abgesehen davon gibt es auch zahlreiche Studien, die eben keine vermehrte Aluminiumablagerungen in Alzheimer-Gehirnen nachweisen konnten, auch hier nur der Hinweis auf zwei besonders interessante Studien (Bjertness et al., 1996; McDermott et al., 1979). Also wieder nichts mit der einfachen Gleichung „Aluminium macht Alzheimer“.

Natürlich piesacke ich euch jetzt wieder mit der Nicht-Übertragbarkeit von Studienergebnissen aus Zellkultur- und Tierexperimenten auf dem Menschen. Dies ist vor allem deshalb relevant, da Alzheimer eine multifaktorielle Krankheit ist, die sich so in vollem Umfang in keinem Tiermodell abbilden lässt (Chin, 2011; Webster et al., 2014).

Keine Gesundheitsgefährdung durch Aluminium in Kosmetika

Somit ist der Zusammenhang zwischen Aluminiumaufnahme und der Entstehung von Alzheimer höchst zweifelhaft. Krankhafte Vergesslichkeit durch exzessiven Deo-Gebrauch ist somit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.

Aufnahme von Aluminium aus Kosmetika

Dennoch muss auch erwähnt werden, dass Kosmetika nicht die einzige Quelle für Aluminium sind. Der allseits beliebte Kapselkaffee, Kochgeschirr, Lebensmittel, Trinkwasser – so können Mengen zusammen kommen, die laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unter Umständen über der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge (TWI) von 1 mg/kg Körpergewicht für die Gesamtaufnahme von Aluminium über die Nahrung liegen. Da nur etwa 0,1 % des über die Nahrung aufgenommenen Aluminiums bioverfügbar ist, kann von einer systemisch verfügbaren täglich tolerierbaren Menge von 0,143 µg/kg Körpergewicht ausgegangen werden (EFSA, 2008).

Aufnahme von Aluminium nur an zwei Probanden untersucht

Aber wie viel Aluminium kann überhaupt über ein Deo vom Körper aufgenommen werden? Die meisten Deos enthalten etwa 20 % Aluminiumsalze, was einem Aluminium-Anteil von 5 % entspricht. Weiterhin gehen wir von einer zweimaligen Applikation pro Tag auf eine Hautfläche von 200 cm2 aus.

Die gesamte Erkenntnislage, was die Aufnahme von Aluminium über die Haut am lebenden Menschen angeht, basiert auf einer Studie von 2001, in der zwei (sic!) Probanden untersucht wurden. Hier wurde festgestellt, dass 0,012 % des applizierten Aluminiums durch die Haut absorbiert wurde (Flarend et al., 2001). Nach dieser Studie würde die systemische Expositionsdosis (SED) bei 0,175 μg/kg Körpergewicht/Tag liegen – was die systemisch verfügbare täglich tolerierbare Menge von 0,143 µg/kg Körpergewicht überschreiten würde (Bundesamt für Risikobewertung, 2014).

Daten aus Modellsystem nicht 1:1 auf den Menschen übertragbar

Etwas umfangreicher ist die Datenmenge, die aus einer Studie gewonnen wurde, in der ein Hautmodell verwendet wurde, die sogenannte FranzTM Diffusionszelle. Die Absorptionsrate für das Modell der gesunden Haut lag bei 0,96 % und 5,9 % im Modell für z. B. durch Rasur geschädigte Haut (Pineau et al., 2012). Auch hier läge die SED mit 0,0105 mg/kg für das gesunde und 0,0745 mg/kg für das geschädigte Hautmodell über der systemisch verfügbaren täglich tolerierbaren Menge der EFSA (Bundesamt für Risikobewertung, 2014).

Empfehlung von BfR beruht auf theoretischem Konstrukt

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat ausgehend von diesen Berechnungen und der Annahme, dass signifikante Mengen von Aluminium aus anderen Quellen aufgenommen werden, am 26.04.2014 eine Stellungnahme herausgegeben, die rät, auf Aluminium in Deos zu verzichten (Bundesamt für Risikobewertung, 2014).

Sicherlich ist diese Empfehlung nicht falsch, doch mich persönlich irritiert, dass sie auf einem theoretischen Konstrukt – den Werten aus der FranzTM Diffusionszelle – und Daten von gerade einmal zwei Probanden beruht. Ich persönlich würde mich bei dieser dünnen Studien- und Datenlage nicht an eine solche Empfehlung halten.

Schlussfolgerungen

Sehr gerne zitiere ich das „Scientific Committee on Consumer Safety“, das in der Verwendung von aluminiumhaltigen Kosmetika keinerlei gesundheitliches Risiko sieht, weder in Richtung Brustkrebs noch Alzheimer (SCCS, 2014).

Die dürftige Studienlage, auf der die Warnung des BfR basiert und die aktuelle Unbedenklichkeitseinschätzung der SCCS bringen mich persönlich zu dem Schluss, auch weiterhin aluminiumhaltige Deos zu benutzen.

Doch natürlich ist es jedem selbst überlassen, mündig zu entscheiden, ob Aluminium im eigenen Deo sein muss oder nicht – sich der medialen Panikmache hinzugeben, ist aber sicherlich weder nötig, noch zielführend.

Epilog

Mein Traum vom Glück sind informierte und reflektierte Verbraucher/innen, die nicht einfach alles glauben, was ihnen erzählt wird. Benutzt wissenschaftliche Datenbanken wie PubMed oder MedLine, lest Studienergebnisse und schaut dabei genau hin: Sind die Ergebnisse in einer Zellkultur (in vitro), einem Tiermodell oder in Studien am Menschen entstanden? Wurde eine statistisch sinnvoll große Gruppe an Menschen untersucht? Gibt es Vergleichsdaten aus gesunden/unbehandelten Menschen? Für wen arbeiten die Forscher/innen? Wo kommt das Geld her? Und nicht zuletzt: Was ist die Schlussfolgerung der Wissenschaftler/innen?

Denn schnell ist aus der vorsichtigen Formulierung „Stoff AB könnte unter Umständen vielleicht als unterstützendes Arzneimittel bei Alzheimer angewandt werden“ am Ende einer wissenschaftlichen Studie die neonleuchtende Schlagzeile „Stoff AB: Alzheimer geheilt!“ am Zeitungsstand geworden.

In diesem Sinne: Vielleicht konnte ich euch eventuell unter Umständen ein ganz klein wenig helfen. Es würde mich ganz enorm freuen.

***Ein Klick auf das Bild und Ihr kommt meinen gesamten Artikeln***



Adelsblass und Kunterbunt ist promovierte Molekularbiologin, forscht mit pflanzlichen Sekundärstoffen und lehrt Zellbiologie, Phytochemie und Pharmakologie an einer deutschen Universität.

LITERATURNACHWEIS

Bertholf, R.L., Herman, M.M., Savory, J., Carpenter, R.M., Sturgill, B.C., Katsetos, C.D., Vandenberg, S.R., and Wills, M.R. (1989). A long-term intravenous model of aluminum maltol toxicity in rabbits: tissue distribution, hepatic, renal, and neuronal cytoskeletal changes associated with systemic exposure. Toxicology and applied pharmacology 98, 58-74.

Bjertness, E., Candy, J.M., Torvik, A., Ince, P., McArthur, F., Taylor, G.A., Johansen, S.W., Alexander, J., Gronnesby, J.K., Bakketeig, L.S., et al. (1996). Content of brain aluminum is not elevated in Alzheimer disease. Alzheimer disease and associated disorders 10, 171-174.

Chin, J. (2011). Selecting a mouse model of Alzheimer’s disease. Methods in molecular biology 670, 169-189.

Darbre, P.D. (2005). Aluminium, antiperspirants and breast cancer. Journal of inorganic biochemistry 99, 1912-1919.

EFSA (2008). Safety of aluminium from dietary intake.

Exley, C., Charles, L.M., Barr, L., Martin, C., Polwart, A., and Darbre, P.D. (2007). Aluminium in human breast tissue. Journal of inorganic biochemistry 101, 1344-1346.

Flarend, R., Bin, T., Elmore, D., and Hem, S.L. (2001). A preliminary study of the dermal absorption of aluminium from antiperspirants using aluminium-26. Food and chemical toxicology : an international journal published for the British Industrial Biological Research Association 39, 163-168.

Grundke-Iqbal, I., Wang, G.P., Iqbal, K., Tung, Y.C., and Wisniewski, H.M. (1985). Alzheimer paired helical filaments: identification of polypeptides with monoclonal antibodies. Acta neuropathologica 68, 279-283.

Klatzo, I., Wisniewski, H., and Streicher, E. (1965). Experimental Production of Neurofibrillary Degeneration. I. Light Microscopic Observations. Journal of neuropathology and experimental neurology 24, 187-199.

McDermott, J.R., Smith, A.I., Iqbal, K., and Wisniewski, H.M. (1979). Brain aluminum in aging and Alzheimer disease. Neurology 29, 809-814.

Ng, K.H., Bradley, D.A., and Looi, L.M. (1997). Elevated trace element concentrations in malignant breast tissues. The British journal of radiology 70, 375-382.

Pineau, A., Guillard, O., Favreau, F., Marrauld, A., and Fauconneau, B. (2012). In vitro study of percutaneous absorption of aluminum from antiperspirants through human skin in the Franz diffusion cell. Journal of inorganic biochemistry 110, 21-26.

Bundesamt für Risikobewertung (2014). Aluminiumhaltige Antitranspirantien tragen zur Aufnahme von Aluminium bei.

SCCS (2014). Opinion on the safety of aluminium in cosmetic products.

Trapp, G.A., Miner, G.D., Zimmerman, R.L., Mastri, A.R., and Heston, L.L. (1978). Aluminum levels in brain in Alzheimer’s disease. Biological psychiatry 13, 709-718.

Webster, S.J., Bachstetter, A.D., Nelson, P.T., Schmitt, F.A., and Van Eldik, L.J. (2014). Using mice to model Alzheimer’s dementia: an overview of the clinical disease and the preclinical behavioral changes in 10 mouse models. Frontiers in genetics 5, 88.

Willhite, C.C., Karyakina, N.A., Yokel, R.A., Yenugadhati, N., Wisniewski, T.M., Arnold, I.M., Momoli, F., and Krewski, D. (2014). Systematic review of potential health risks posed by pharmaceutical, occupational and consumer exposures to metallic and nanoscale aluminum, aluminum oxides, aluminum hydroxide and its soluble salts. Critical reviews in toxicology 44 Suppl 4, 1-80.

Xu, N., Majidi, V., Markesbery, W.R., and Ehmann, W.D. (1992). Brain aluminum in Alzheimer’s disease using an improved GFAAS method. Neurotoxicology 13, 735-743.

More from Adelsblass & Kunterbunt

NACHGESCHMINKT Juli 2013 (A&K)

Heute hat Adelsblass & Kunterbunt wieder bei NACHGESCHMINKT mitgemacht! Das könnt Ihr...
Read More

44 Comments

  • Ich finde solche Beiträge immer sehr hilfreich, um die Lage besser einschätzen zu können. Ich selbst verwende nun nach einer langen Phase wieder aluminiumhaltige Deos, da die ohne nicht gut genug wirken und ich die Schweißflecken unter den Armen im Büro unangenehm finde. Gerade jetzt, da das Wetter wieder wärmer wird. In meine Freizeit bzw. wenn ich nur zur Hause bin, greife ich aber weiter zum aluminiumfreien. So fühle ich mich eigentlich ganz wohl.

    Herzlichen Dank für den sehr verständlichen, tollen Beitrag!
    Liebe Grüße
    Melissa

    • Huhu Aglaya,

      auch bei Dir bedanke ich mich für die Rückmeldung – Differenzierte Meinungsbildung ist gerade im Internet wichtig, es freut mich, dass ich damit weiterhelfen kann.

      Alles Liebe,

      A&K

  • Danke für diesen wirklich gut geschriebenen Artikel. Ich arbeite in einem Job im Lebensmitteleinzelhandel in dem ich einerseits ordentlich körperlich schuften muss, andererseits danach aber noch mindestens 5 Stunden Kundenkontakt habe – da irgendwie zu müffeln geht gar nicht, Hygiene und so. Als denn die Alu-Diskussion aufkam, habe ich denn festgestellt, dass ALLE meine geliebten Antitranspirante Aluminium enthalten, und mich erstmal informiert – und prompt festgestellt, aha, alles halb so wild, kannste weiterbenutzen. Der Neugier halber habe ich an meinen freien Tagen mal das eine oder andere aluminiumfreie Deo getestet, mit dem Ergebnis, dass jedes einzelne von ihnen bei mir auf der Arbeit gnadenlos versagt hätte. So freue ich mich denn jedes Mal, wenn so ein Artikel wie dieser hier erscheint, der mir nochmal bestätigt, dass ich mich richtig informiert und entschieden habe. ♥

    LG, Sandra

    • Liebe Sandra,

      danke für Dein Lob – klar will man nach einem Arbeitstag sich nicht auch noch Sorgen um sein Deo machen müssen. Eigentlich ist es ganz einfach, sich zu informieren, was Dir ja bereits hervorragend ohne mich gelungen ist, aber bei der ganzen Medienmühle werden Fakten vergessen.

      Wie auch immer – ich wünsche Dir einen wenig schweißtreibenden Tag und alles Liebe!

      A&K

  • Ein sehr schöner Artikel, vielen Dank!
    Ich finde es toll, wenn Dinge kritisch hinterfragt werden und man sich eine fundierte Meinung bildet. Denn sonst wird das so Bildzeitungs-mäßig, du beschreibst es ja oben sehr schön..
    Ich hatte auch ein Deo ohne Aluminium, wusste aber gar nicht so recht, wieso das jetzt auf einmal so war.. Jetzt bin ich schlauer und nutze auch wieder eines mit Alu, denn so richtig erfolgreich war das andere nicht..

    • Liebe Stef,

      ich danke Dir für’s Lesen! Die Bild-Zeitung ist auch irgendwie wichtig, worin soll sonst auf dem Wochenmarkt der Salat eingepackt werden?

      Dieses „nicht wissen, warum“, das ist genau das, was mich an dieser ganzen Alu-Panikmache so stört – da wird etwas suggeriert, was keine Faktengrundlage hat. Da muss ich dann direkt ordentlich in die Tasten hauen, sonst bekomme ich eine Darmzottenverschlingung vor lauter (wissenschaftlichem) Bauchweh.

      Dir einen feinen Tag und alles Liebe!

      A&K

  • Dieser Differenzierte und zur Mündigkeit aufrufende Artikel ist Wasser auf meine Mühlen. Aufgrund meines Backgrounds (Diplombiologin) werde ich selber häufiger zu diversen Themen um Rat gefragt. Meine Erfahrung ist leider, dass kaum jemand an einer fundierten Antwort interessiert ist. Viele meiner Gesprächspartner wollen Schwarz-Weiß und setzen unbestätigte Behauptungen mit Fakten gleich. Die Einstellung zu einem Thema macht für viele eine differenzierte, wirklich faktenbasierte Herangehensweise bereits im Kern unmöglich. Warum sie dabei windigen Unheilspropheten unkritisch vertrauen und Wissenschaftlern sowie Medizinern immer Betrugsabsichten und niedere Interessen unterstellen, ist mir bis heute ein Rätsel.

    • Liebe Frau Kirschvogel,

      manchmal wäre es schön, nicht zu wissen, das würde zumindest meinen Blutdruck stark schonen…

      Florian Freisteller hat dazu etwas Schönes geschrieben:

      http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/04/10/das-paradox-der-internet-diskussionen-warum-sie-meist-sinnlos-sind-und-wie-man-daran-etwas-aendern-kann/

      Wobei ich der breiten Masse nicht mal einen Vorwurf machen will – die allgegenwärtige Informationsflut und der Umstand, dass es für jede noch so abwegige Ansicht ein Forum gibt, machen es schwer, zwischen „richtiger“, weil faktenbasierter und editierter und „falscher“, weil nur annahmenbasiert/Hörensagen/ Einzelfall, Information zu unterscheiden.

      Der Vorwurf der Betrugsinteressen liegt vermutlich darin begründet, dass einige denken, dass wir Wissenschaftler/innen jeden Tag Geldgeschenke in Millionenhöhe erhalten, um dann Sachen so zu erforschen, dass am Ende das dabei herauskommt, was in der Grußkarte zum Millionenscheck stand. Wenn die wüssten!

      Wie auch immer – ich freue mich, dass Du den Artikel magst und immer tapfer bleiben in allerlei Diskussionen.

      Alles Liebe,

      A&K

  • Oh, wie schön. Wieder ein Artikel von Dir, das freut mich total. Dankeschön, dass Du diese Thema so gut beleuchtet hast. Ich lese immer wieder (auch auf Blogs), dass einfach ein merkwürdiges Unbehagen herrscht, was das Thema angeht. Deshalb finde ich Artikel wie diesen unglaublich wertvoll. Dankeschön!

    • Liebe Heli,

      hoffentlich weicht das Unbehagen irgendwann informierte Neutralität – zu der ich hoffentlich beitragen konnte.

      Sonnige Grüße von

      A&K

  • Tja ich kann mich meinen Vorrednenern nur anschließen. Großartiger Post!!!! Seht gute Ergänzung zu dem Was Agata schon geschrieben hat 🙂
    Vielen Dank!!!

    • Agata ist auch „schuld“ daran – hätten Sie und ich die letzten Tage nicht so viel über Aluminium geredet, hätte ich den Artikel nie geschrieben…

  • Vielen, vielen Dank für diesen Artikel!
    Ganz genau das (zu keine Probandengruppen, unklareVerknüpfung von Ursache und Wirkung) predige ich meinen Freundinnen seit Jahren, hatte aber bisher nie den Elan, die Studien selbst nachzuschlagen. Jetzt kann ich ganz entspannt auf dich verweisen! Ich selbst benutze übrigens Deo ohne Aluminiumsalze – einfach weil ich den Gedanken an verengte Schweißdrüsen gruselig finde und seit der Umstellung viel weniger schwitze.

    Liebe Grüße ♡

    • Huhu Jana,

      ich war auch erstaunt, dass es sagenhafte zwei Probanden waren, auf denen der gesamte Zirkus basiert. Dass es so drastisch ist, hätte ich nicht gedacht.

      Mich gruselt eher der Mensch als solcher und der Internetforendiskussionsmensch im Besonderen, aber das ist eine ganz andere Geschichte…

      Dir einen feinen Sonnentag und alles Liebe!

      A&K

  • Ja ja ja! Vielen Dank für deinen Einsatz zum Wohle der mündigen Verbraucherin!

    Selbst wenn für mich die Diskussion in den Hintergrund tritt, da ich Naturkosmetik nutze, halte ich nichts von Panik und dem Ausnutzen dessen durch Hersteller, und ganz viel davon sich zu informieren und dann bewusst zu entscheiden. Du hilfst enorm dabei. Vielen Dank!

    • Huhu,

      ob die Hersteller die Panik „ausnutzen“ – hm, ich würde das nicht so formulieren. Die Konsumenten/innen kaufen aufgrund der Panik eben manche Dinge weniger, da würde ich als Hersteller auch darauf reagieren. Am Ende zählt der Euro in der Kasse.

      Dir noch einen feinen Abend und viele Grüße!

      A&K

  • Ich frage mich, was das Thema von Teil 8 der Dichtung & Wahrheit Serie sein wird. Das ist auch die einzige Frage, welcher dieser Artikel offen lässt!

      • Dann freue ich mich umso mehr auf den nächsten Artikel! Mich interessiert beim Sonnenschutz speziell die Frage nach Nanopartikeln. Du hast dazu ja bereits einen sehr informativen Artikel geschrieben, aber ich hoffe auf neue Informationen. Ich weiß natürlich, dass Nanopartikel nicht durch die gesunde Haut dringen können, aber ich habe ein Baby, das mir und sich ins Gesicht patscht und dann an den Fingern nuckelt. Zu der Frage, ob Nanopartikel über die Schleimhäute oder den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, konnte ich keine Studien finden.
        Es ist aber so gut wie unmöglich, noch Sonnenschutz ohne Nanopartikel zu bekommen, nicht einmal für Babys. Ich habe alle gängigen Drogerie- und Apothekenmarken durchgesehen oder angeschrieben. Neben Zink- und Titandioxid gibt es jetzt auch Tinosorb M in Nanoform.
        Ich bin doch nicht allein mit diesem Problem? Neben Leuten mit Babys gibt es doch auch die Neurodermitiker oder die Aknepatienten, deren Haut eben nicht gesund ist. Gerade diese Leute sind aber auf täglichen Sonnenschutz angewiesen. Ist die Datenlage immer noch unklar? Ich möchte wegen Nanopartikeln weder Panikmache noch Verharmlosung, sondern Fakten. Deswegen schreibe ich Dir, denn Deine Artikel haben mir bisher sehr geholfen, mir eine Meinung zu bilden. Danke Dir jedenfalls für diese Reihe! Ich werde selbst auch weiter Infos suchen.

        • Liebe Christina,

          was ist denn bitte Deine konkrete Frage zu den Nanopartikeln? Das würde mir das Antworten sehr erleichtern. Allerdings bin ich jetzt erst mal wieder ein wenig in der echten Welt unterwegs und bitte Dich herzlich um ein wenig Geduld.

          Bis dahin alles Liebe von

          A&K

          • Das ist aber nett, dass Du trotzdem kurz schreibst. Natürlich habe ich Geduld, ich recherchiere ja selbst noch. Die Fragen, die ich mir stelle sind: Sind Nanopartikel schädlich, wenn sie über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden? (habe gelesen, dass die Partikel prinzipiell über Endozytose oder Persorption in den Körper gelangen können, bin aber leider nicht von Fach) Außerdem: Werden sie über die Schleimhäute (z.B. Mund und Augen) aufgenommen? Außerdem: Gibt es Studien zu Tinosorb M in Nanoform?
            Ich hatte zwei Hersteller angeschrieben, besonders wegen Baby-Sonnencreme, aber sie antworteten lapidar, die orale Aufnahme entspräche nicht dem bestimmungsgemäßen Gebrauch. Das sage ich meinem Sohn dann so 😉
            Bis bald,
            Christina

          • Hallo Christina,

            ich habe gesehen, dass Dir Agata schon in ihrem Artikel drüben bei Magimania ausführlich geantwortet hat. Mehr als das, was sie Dir schon geschrieben hat, weiß ich auch nicht dazu.

            Darf ich fragen, woher Deine Bedenken gegenüber Nanopartikeln kommen? Wenn Du mir die Quelle nennst, kann ich mir diese ansehen und Dir – falls gewünscht – meine Meinung dazu sagen.

    • Liebe Berit,

      ich danke Dir. Meine Sorge ist ja immer, dass ich wie ein alter Keks klinge – so trocken und bröselig. Aber schön, wenn dem nicht so ist!

      🙂

      Alles Liebe,

      A&K

    • Hallo,

      ohhhh, ich danke Dir für den Zuspruch. Objektivität ist wirklich etwas, was im www nicht immer so an allen Ecken und Enden angesagt ist. Schön, dass Du Dich hier wohl-liest.

      Alles Liebe von

      A&K

  • Danke! Danke das du zeigst das Wissenschaft jeden angeht und vorallem kein Geheimorden ist für den man spezialwissen braucht! Jeder kann solche Studien lesen und Google hilft wenn Begriffe unklar sind. Solche Blog Beiträge gibts leider zu selten imho.
    Danke nochmal!!

    • Huhu Kathi,

      genau darum geht es: jede/r kann sich direkt an der Quelle informieren, auch wenn das bisweilen ein wenig anstrengender ist, als irgendwelchen teilweise dubiosen Empfehlungen zu folgen. Danke für die aufmunternden Worte und alles Liebe!

      A&K

  • Ich danke dir für diesen tollen Artikel. Du schreibst so strukturiert und objektiv, einfach toll. Ich hab die vorigen Beiträge von dir sehr gerne gelesen und freue mich, dass es noch weitere Beiträge geben wird.
    LG, Kiki

    • Liebe Kiki,

      es freut mich sehr, dass Dir meine Artikel gefallen. Ich werde mich bemühen, wieder regelmäßiger zu schreiben!

      Alles Liebe,

      A&K

  • Vielen Dank, für diese unglaublich wichtige Aufklärung!

    Auch ich gehöre zu denen, die sofort Aluminiumfreie Deos gekauft haben, ohne die Zahlen und Fakten genau zu kennen. Es liegt glaube ich daran, dass man so eine Verbreitung erst einmal bedingungslos glaubt und verteufelt. Schließlich hat man es ja überall im Fernsehen gesehen (da muss doch dann was dran sein, oder?).

    Leider komme ich nicht so wirklich mit den aluminiumfreien Deos zurecht, weshalb auch ich wieder gewechselt habe. Dank Deines informativen Beitrags wieder ohne schlechtem Gewissen! Danke dafür und bitte mehr davon!!!

    Liebe Grüße

    • Hallo,

      danke Dir für die lieben Worte und es freut mich ungemein, dass ich Dir die diffuse Angst vor Aluminium nehmen konnte!

      Viele Sommerabendgrüße von

      A&K

  • Vielen Dank für den Artikel und die tolle Recherche! Die Naturwissenschaftlerin in mir ist total glücklich.
    Es ist wirklich anstrengend, wie etliche wirklich falsche und dann auch zurückgezogene Studien immer und immer wieder repetiert werden. Und das Leute Studien leider falsch interpretieren oder denken, dass man Zellkultur und Tierforsche 1:1 auf den Menschen übertragen kann.

    Nochmal: danke!

  • Mich würde ein Beitrag interessieren, was denn nun schädlich oder nicht so gut ist. Ich finde diese Reihe super, aber bis jetzt hast du ja geschrieben, das alles nicht so schlimm ist aber auf was sollte man denn verzichten?
    Vor allem allergienauslösende Stoffe interessieren mich.
    Liebe Grüße

    • Hallo Eileen,

      das ist nicht so einfach – was beim Einen zu heftigen allergischen Reaktionen führt, ist für den Anderen der „Heilige Gral“. Grob gesagt ist nichts, was in Deutschland als Kosmetikum verkauft wird, wirklich per se schädlich, denn sonst dürfte es nicht verkauft werden.

      Klar, man kann Dinge kritisch sehen, was die Gewinnung (siehe Palmöl), Umweltaspekte (siehe Silikone) oder z.B. Tierversuche angeht, aber sich „vergiften“ oder einen irrelevanten Gesundheitsschaden wird man mit in Deutschland gekaufte Kosmetika sehr wahrscheinlich nicht davontragen.

      Ein hohes allergenes Potential haben vor allem natürliche Inhaltsstoffe, wie z.B. ätherische Öle, aber wie gesagt: Das ist individuell verschieden und niemals in einem Artikel abzudecken.

      Alles Liebe,

      A&K

  • Toller Artikel, der die Sachlage verständlicher macht. Ich fände es toll, wenn wir demnächst mehr von Dir lesen könnten!
    Viele Grüße, die Alex

    • Huhu Alex,

      wenn mich die Arbeit nicht immer so von der Freizeit abhalten würde…

      Mittagspausengruß von

      A&K

  • Liebe Adelsblass & Kunterbunt,

    auch wenn ich etwas spät bin: Sei herzlich für diesen tollen, fundiert-reflektierten Artikel und auch das Epilog-Plädoyer bedankt! Sowohl Deine Herangehensweise als auch Darstellung gefallen mir sehr!

    Schon länger hatte ich mich gefragt, ob Du nicht mal wieder was schreiben wirst, und war umso erfreuter, als ich diesen Artikel fand 🙂 Toll, dass Du Dir die Zeit nimmst!

    Alles Liebe,
    Mimi

  • Ich weiß nicht wie ich hier gelandet bin, aber sehr guter Beitrag, der viele hier sicherlich aufklärt. Gibt auf jeden Fall mal wieder Anlass zum nachdenken… Zum Glück verpacke ich meine Brote in Papier 😛

Kommentar verfassen