Bilderbuffet Instagram: die neuen Bestimmungen

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Wer heute in Twitter unterwegs war, dem Bluten beim Hashtag Instagram die Ohren, denn es ging einiges hin und her! Warum? – Weil Instagram die Bestimmungen verändert hat und jetzt Passus (heißt auch im Plural Passus – man lernt nicht aus) enthalten sind, die sehr schwammig formuliert sind und das Recht auf sehr freien den Verkauf von Nutzercontent geben. Ob ein privater Account dagegen schützt ist (für mich jedenfalls nicht ersichtlich) nirgends zu finden.

Hier gibt es auch einen guten Artikel dazu, der auch speziell private Accounts miteinbezieht. Dazu habe ich nämlich kaum etwas gefunden.
Hier und hier sind sehr gute englischsprachige Artikel, die allgemein umreißen, was verändert wurde. (Unterhalb dieses Artikels habe ich noch weitere Links zu gegensätzlichen Informationen, um hier Einseitigkeit zu verhindern)

Ab 16.01.2013 treten diese Bestimmungen in Kraft.

NACHTRAG 19.12.2012:
Nach einem Tag und einer Vielzahl von Accountlöschungen hat Instagram reagiert. Hier ein guter und ausführlicher Artikel zum Thema. Und ich… tja -ich hab jetzt einen gelöschten Account und überlege wieder einzusteigen. Hier ein Statement von Instagram selbst. Vielen Dank dafür!

 

Was heißt denn das jetzt und wieso regt es mich auf?

1) Instagram teilt meine Daten mit Facebook sowie anderen kooperierenden Firmen und Werbeträgern
Na gut – das hatte ich mir schon gedacht. Facebook selbst ist ja auch ein schwieriges Terrain. Aber gut. Seit sie aufgekauft wurden von Facebook war das irgendwie klar. Ich will auch gerade gar keine Facebookdebatte aufmachen. Ich nutze FB nicht für Bilder – nur für Kommunikation. Die Verknüpfung von Instagram und Facebook finde ich in Ordnung.

2) Meine Bilder können zu Werbezwecken genutzt werden, ohne dass ich auch nur darüber informiert werde.
Ja gut – Natürlich sind meine Bilder nicht hochprofessionell und es sind ja „nur private Schnappschüsse“. Wen würde das interessieren? Aber ich habe hier das Gefühl, dass es in den Medien aktuell eine Vernetzungswelle und Freude an „Usernähe“ gibt, die sich auch in Hypes wie Instagram selbst ausdrücken und die perfekt für Werbung geeignet wären… Hier ein Schnappschuss aus dem Lieblingsrestaurant. Da von beliebten Produkten… Das ist Werbung, sobald es bewusst und manipulativ an den passenden (und vom User nicht beeinflusssbaren) Stellen platziert wird. Werbung und eine ungewollte Öffentlichkeit, die es damit erreicht, die meine paar kleinen Liebhaberschnappschüsse auch in einem offenen Instagram Account nicht erreichen würden.

– “… You agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you,…“ –

UND die Werbung muss nichtmal als Werbung gekennzeichnet sein! Da ist dann irgendwann ein Bild und wirkt total authentisch (weil eben Usernah und von einem ganz harmlosen, netten Instagrammer gemacht) und wird manipulativ eingesetzt. Will ich das?! Wie das mit Gesichtern und Menschen ist… mal ganz zu schweigen (dafür habe ich mich aber noch nicht genug in die Materie hineingekniet um zu sagen, ob sie das dürfen).

– “…You acknowledge that we may not always identify paid services, sponsored content, or commercial communications as such,…” –

3) Minderjährige sind nicht ausgeschlossen
Meldet sich jemand unter 18 Jahren bei Instagram an, steht in den neuen Bestimmungen sehr klar, dass die Eltern damit einverstanden sind und diese Bilder auch genutzt werden dürfen. Seien wir mal ehrlich… Wer hat im Blick, welche Apps sich auf dem Handy des Kindes befinden?

„… If you are under the age of eighteen (18), or under any other applicable age of majority, you represent that at least one of your parents or legal guardians has also agreed to this provision (and the use of your name, likeness, username, and/or photos (along with any associated metadata)) on your behalf…“ –

 

Was mich besonders stört:

Auf der Suche danach, ob private Accounts auch betroffen sind, oder die Privatschaltung als Sicherheitsschritt ausreicht, habe ich so gut wie nichts Klares gefunden.Diese Schwammigkeit, die nachvollziehbare Fragen im Unklaren lässt, gefällt mir nicht. Ich bin bereits auf Facebook vorsichtig mit Bildern – aber dass jetzt auch bei Instagram, wo eine Vielzahl von Erlebnissen und Produkten festgehalten wird, diese so allumfassend von Dritten genutzt werden können, ohne Absprachen, Rechte oder Möglichkeiten der User? Das finde ich unmöglich. Dass ungefragt mit einem Bild Werbung oder Stimmung gemacht werden könnte, das ich gemacht habe? Vielleicht sogar mit einer anderen Botschaft als der, die ich im Sinn hatte… Nein. Ein klares Nein. Ich will mit Euch Eindrücke teilen und Eure eigenen sehen! Ich hatte viel Spaß daran, denjenigen, denen ich „gefolgt“ bin, ein wenig über die Schulter sehen zu können – mich mit ihnen zu freuen oder zu ärgern.

Ich finde es schade, denn ich habe Instagram gerne genutzt.

 

Lösung :

Wie aus dem erstgenannten Artikel deutlich wird, sind auch private Accounts betroffen. Bis zum Eintreten der Bestimmungen am 16.03.2013 gelten noch die alten. Bis dahin kann man (1) seine Instagram Bilder über Instaport auf die eigene Festplatte exportieren und (2) über diese URL bei Instagram seinen Account löschen. Ich habe das inzwischen getan. Ist ein Account gelöscht, kann Instagram die Bilder nicht mehr nutzen. Bei einer etwaigen Neuanmeldung ist Euch auch der alte Nutzername nicht mehr möglich! (Nur, dass Ihr es wisst.)

Ich nutze es als Zeichen dafür, dass es vielleicht sinnvoller sein wird, Fotos, Schnappschüsse und Eindrücke, wenn ich sie mit Euch teilen möchte über den Blog zu teilen und diesen alltagsnahen Bildern auch hier einen Raum zu geben, ohne dass es Instagram braucht. Ich nehme an, dass es da gerade eine Welle geben wird und finde das auch gut. Auch Facebook als Inhaber von Instagram erhält dabei eine Botschaft und ich denke, es wird auch auf Facebook  und die Zukunft des Internet Auswirkungen haben.

 

Das Netz und die Verstrickung der Rechte

Einerseits werden Rechte so eng gehandhabt, dass bald jeder Blogger 10x überlegen muss, welchen Text, welches Bild und welche Gedanken er bloggen darf, andererseits muss man als User jedes Grundmäuerchen Privatsphäre aufgeben? Wie gläsern soll es denn bitteschön noch sein, während wir als Autoren gucken müssen, ob auch ja kein Gegenstand mit Copyright im Hintergrund unserer Bilder zu sehe ist (Buchcover, Filmplakat, etc.). Auch das Leistungsschutzrecht, über das gerade (nur leise) gesprochen wird, ist da etwas völlig hanebüchenes bei dem es die Stimme von uns Usern braucht, von dem wir aber kaum etwas mitbekommen. Da geht etwas aber sehr unsymmetrisch vonstatten… und mich ärgert das. Ganz enorm.

 

NACHTRAG:
Dieser Artikel und dieser Artikel wurden gerade über Twitter weitergegeben und sollen Fehlinterpretationen der Bestimmungsveränderungen erklären. Darin heißt es, das es im Fazit eine reine Formsache sei und nichts über das normale Maß hinausgehende von den Usern abverlangt werde.

Ich weiß aber nicht, ob das beruhigt oder nicht –  mein Account ist und bleibt gelöscht (auch wenn ich es schade finde)… ich finde die Begrifflichkeiten zu allumfassend und zu viele Schlupflöcher…Trotzdem finde ich es wichtig, dass auch das Raum findet. Reagiert unsereins über? Der Autor des „Wirbel um neue Instagram-AGB“ Artikels hat sich übrigens selbst entschieden NICHT bei Facebook zu sein (was er hier erklärt), gerade wegen der Richtung, die es einnimmt… nur mal so als Zusatzinformation, die ich beachtenswert finde.  Und genau so hat einfach jeder auch die Möglichkeit bei Instagram zu entscheiden, ob es so weiter passt oder nicht. Wirbel um nichts oder doch etwas hin oder her.

 

Wenn Ihr in Eile seid und mir trotzdem zeigen möchtet, ob Euch der Artikel gefallen hat, dann lass mir doch einfach Sternchen da! Dann weiß ich, welche Themen Ihr gerne lest & es hilft mir bei Ideen und Umsetzung für weitere!  Ich freue mich über jeden Stern und natürlich vor allem über jedes Kommentar, um die Artikel für Euch so interessant wie möglich zu gestalten!

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14 Comments

  • Das ist ein sehr schöner und informativer Beitrag und ich stimmer dir in allen Punkten zu.
    Ich finde es schade, das es jetzt so laufen muss (Löschung des Accounts), aber ich habe keine Lust, das Jemand meine Bilder benutzt – auch wenn es „nur“ für die Instagram-Werbung selbst ist.
    Einerseits denke ich kaum, dass irgendwer meine Bilder für Werbezwecke nutzen würde, aber wenn jeder so denkt und das einfach so weiter laufen lässt, spielt man dann nicht Instagram in die Hände?
    Liebe Grüße, Lina

    • Ja – so geht es mir auch. Ich nehme mich nicht so wichtig zu denken „Die klauen meine Fotos!“ – aber der Gedanke, irgendein Restaurant, in dem ich war, darf meine Bilder nutzen oder ein Hotel oder … das geht nicht – das möchte ich selbst entscheiden, ob ich einem Ort, einer Firma oder einem Produkt meine Stimme gebe. – Wahrscheinlich passiert gar nichts „Wildes“ – aber die Richtung in die vieles rechtlich im Netz gerade geht, finde ich besorgniserregend und ich will die Anfänge einfach schon… mitbestimmmen. Ganz lieben Dank für Dein Kommentar!

  • Ich weiß noch nicht was ich machen werde. Lösche ich meinen Account? Warte ich erstmal ab was in den nächsten Tagen noch dazu bekannt wird?
    Ich glaube nicht, dass das privat stellen ausreichen wird um die Bilder zu schützen. In den Artikeln steht, dass man alleine durch das einloggen in instagram nach dem 16.03. die neuen AGBs akzeptiert. Was anderes steht da nicht. 🙁
    Ich finds echt Mist, da gerade unter den Bloggern Instagram ein so tolles Medium ist um mal kurz was neues zu zeigen usw. Ich werds echt vermissen, wenn ich meinen Acc wirklich löschen werde 🙁

    • So ging es mir auch – es wurde rechtlich keinerlei Schonraum gelassen – nur eine Menge Unklarheit und die Frage der User nach eben jenem war doch vorhersehbar… Das empfinde ich schon allein als recht manipulativ („Na… wir erwähnen es mal nicht – mal sehen, ob’s wer merkt und weiter denkt ‚privat ist privat'“ und dabei kichert). – Mir geht es wie Dir. Ich hab Instagramm wirklich sehr genossen, es war toll, um mit den anderen im Kontakt zu sein, sich zu freuen, zu teilen, schöne Momente, tolle Dinge… warte mal noch ein paar Tage und guck, wie es sich entwickelt – vllt. ändern sie ja sogar noch was. Sie haben noch 1 Monat bis zum 16.01.2013 und ich habe das Gefühl, dass das gerade viel ausgelöst hat…

  • „Wahrscheinlich passiert gar nichts “Wildes” – aber die Richtung in die vieles rechtlich im Netz gerade geht, finde ich besorgniserregend…“
    Kann ich nur unterschreiben. ich finde es sehr schade dass man so eine angst haben muss in seinen urheberrechten beschnitten zu werden nur weil man eine öffentliche plattform nutzt. ich werde mir gedanken machen ob ich meinen instagram account dann auch lieber lösche und vielleicht wie von dir angeregt und auch schon auf anderen blogs zu sehen meine alltagsbilder auf meinem blog veröffentliche.

  • Ich habe instagram bisher für wenige Fotos genutzt, um die Filter entsprechend anzuwenden. Die meisten lösche ich dann sofort – habe aber keine Ahnung, ob sie instagram noch weiter zur Verfügung stehen. Da ich 2-3 mal auch mein Kind damit fotografiert habe, lösche ich meinen Account nun lieber auch.

    Danke für die Infos!

  • Kann ich so unterschreiben.
    Instagram war toll aber nun ist die Zeit gekommen, mich dort zu löschen. Weder will ich permanent vernetzt werden noch Mißbrauch meiner Bilder Tür und Tor öffnen.

    Facebook gehört abgewatscht !!! Je mehr löschen desto besser.

  • Mir wird mal wieder sehr deutlich vor Augen geführt, dass es richtig war, mich nicht mal bei Facebook anzumelden. Auch wenn man sich manchmal als „Außenseiter“ fühlt, gehören Gedanken, Bilder etc. nur mir und sind nicht für die Ewigkeit der Datenkrake geschenkt (kleine Übertreibungen machen verständlicher was ich meine ;-))

    Obwohl ich mich ehrlich frage, ob das, was Du als Neuerungen beschreibst, nicht eh hinter den Kulissen (teilweise) schon längst ohne unser/Euer Wissen passiert

    Sehr guter Artikel, vielen Dank dafür!

    Grüße,
    Evi

    • Ich war gaaaaanz lange nicht bei Facebook angemeldet. Da ich aber etwas schwierig im Kontakthalten bin und ohnehin technisch deutlich besser sozial funktioniere als mit Telefon, habe ich mich irgendwann durchgerungen, weil einfach viele meiner Freunde bei Facebook sind. Gerade diejenigen, die weiter weg sind. Und auch für den Blog dachte ich, wäre es eine Möglichkeit, Menschen die meine Vorsicht mit Facebook nicht teilen auch damit eine Möglichkeit zu geben, die Inhalte hier mitzubekommen.
      Ach ich weiß selbst nicht, was zu paranoid ist oder wo doch etwas dahinter steckt, gegen das man sich schon im Wachstum wehren sollte… Danke Dir für Deine liebe Rückmeldung! Das freut mich sehr!

  • Also das mit Facebook finde ich jetzt übertrieben. Man stellt schließlich eigenverantwortlich Inhalte ein und entscheidet immer, was man preisgibt.
    Ich liebe nennen Facebook Account und kann so wirklich toll mit Freunden in Verbindung sein (ihnen näher sein), die nicht mehr um die Ecke wohnen.
    Wir können und wollen nicht täglich telefonieren, um Kleinigkeiten mitzuteilen, die aber für eine gewisse Nähe wichtig sind.
    Ich will wissen, dass beste Freundin seit einer Stunde am Flughafen Berlin wartet – aber deswegen wird sie mich nicht anrufen und es mir mitteilen. Oder ihr Mann postet die Flasche Wein, die es zum Abendessen gibt. Gefällt mir 🙂
    Ich weiß nicht was manche für Vorstellungen von Facebook haben – aber keinen Account zu haben ist jedenfalls keine Bereicherung des Lebens 😉

    • Ich nutze meinen auch zum Kontakthalten und dass es etwas derartiges gibt, finde ich gut! – Zu Facebook habe ich auch gar nicht so vieles gesagt oben, denn ich nutze es selbst, auch wenn es mir manchmal was Datenschutz angeht etwas dubios ist. Habe letztens erst einen Artikel gelesen, wo tatsächlich verstorbene Facebookmitglieder seltsamerweise noch „Gefällt mir“ Angaben machen… *hust* naja – ne? Aber ich teile darüber harmlose Bilder oder schreibe Menschen, die ich sonst lange nicht sehen würde… Trotzdem sind mir manche rechtlichen Hintergründe nicht ganz geheuer und ich versuche neue Informationen darüber zu verfolgen und zu überprüfen, was für mich noch passt und was nicht.

  • Nach deinem Beitrag habe ich meinen Account ebenfalls gelöscht. Ich habe ihn sowieso eher nebenbei und als kleinen Zeitvertreib genutzt. Dafür sind mir die rechtlichen Schwammigkeiten dann doch zu groß, ich verzichte lieber.
    Ich würde mich aber freuen, weiterhin Bilder zu sehen, die bisher auf instagram waren. Ich guck einfach gerne Bilder;)

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