Sein oder nicht sein! Also wenn schon… König(in) sein… hat sich POLICE wohl bei den Düften gedacht, die 2013 lanciert wurden. Die ungewöhnliche Flakonform zieht sich übrigens bei der Marke durch alle Parfums! Aber hier haben sie ihnen noch „die Krone“ aufgesetzt.

Allgemein

Der Flakon zeigt sich in einer Mischung aus morbide & etwas bemüht glamourös – aber nicht ohne Humor. Auf etwas Entfernung wirkt die schwarze/weiße Plastikummantelung und die dazugehörige Krone edler als aus der Nähe. Der arme Yorrick… äh… das Parfum beißt außerdem auf Gold, bzw. das goldene Emblem der Marke. Die Krone erinnert an historische Kronen (kaiserlich) aus dem 19.Jhd. Sie ist geschmückt mit Rosen, stilisierten Lilien und jeweils einem etwas traurig blickenden Schädel, der am schönsten direkt über der Stirn des Flakons aussieht. Sie ist sehr leicht, was ihr einen etwas billigen Eindruck verleiht, der jedoch im Gesamtbild nicht sehr Gewicht fällt.

Der kleine Totenschädel hat etwas… aber er wirkt auch etwas aufdringlich und „reißerisch“. Ich denke, er ist sicher Geschmacksache und eine etwas hochwertige Produktion hätte dem Flakon sicherlich mehr Flair gegeben.

Es handelt sich bei beiden Düften um Eau de Toilette.

Preis: 40ml für 19,95 €, 75ml für 31,95€ und 125ml für 41,95€  bei Douglas

Eindruck & Hintergründe

To Be the Queen

Herstellerangaben:

„To Be The Queen verleiht eine königliche Aura: Eleganz vermischt sich mit barockem Punk-Stil. Weiße Noten aus Mandarine und Orange vermischen sich mit saftigen, roten Früchten als Auftakt dieser Komposition. Ein florales Zusammenspiel von Jasmin und Veilchen verbindet sich mit der fruchtigen Note des Pfirsichs und erweckt einen tropischen Akkord im Einklang mit einem Hauch Ananas im Herzen. Zarter weißer Moschus und cremige Vanille verführen mit Patschuli und Zedernholz im Fond: warm und sexy, einfach majestätisch. Dieser Duft versprüht pure royale Ausstrahlung. Police weckt die Königin in jeder Frau!“
(Quelle: Douglas)

Kopfnote: Orange, Mandarine, Petitgrain (Bitterorange), rote Beeren
Herznote: Jasmin, Veilchen, Pfirsich, Ananas
Basisnote: Moschus, Zeder, Patchouli, Vanille

Der erste Eindruck macht sich in warm-fruchtigen Orangeroten bemerkbar, langsam nimmt dabei eine zart-bittere Note zu und die fruchtige Süße gewinnt durch weich-würzige Noten zunehmend an Charakter… die Wildheit von dunklen Beeren… oder auch Jasmin & Veilchen … aromatisch, fast wie Kräuter in einer fruchtig-warmen Tinktur. Der Duft ist warm, weich, fruchtig, aber hält Abstand von zu viel Süße, die häufig in fruchtigen Noten anderer Parfums Einzug halten kann. Er hat etwas Geschmeidiges und Tiefgängiges. Ananas & Pfirsich verflüssigen jede Schwere über den aromatischen Nuancen und machen ihn lieblich.

Im weiteren Verlauf nimmt das Holz deutlich zu, gesättigt durch die Noten von Mandarine , Pfirsich und Ananas wird es ein exotisch-warmer Duft von dunklem Holz, das an die spätnachmittaglichen Stunden in einem paradiesischen Land erinnert. Schwer von Wärme, getränkt von Fruchtdüften, während man in einer archaischen Hütte aus Holz am Rand zwischen Regenwald und Strand auf den Untergang der Sonne wartet – im besten Fall nicht allein. Er hat etwas… Sinnliches… Laszives… Träges.

To Be the King

Herstellerangaben:

„To Be The King erinnert an die moderne Version des Dandys, der weiß, wie man ein Bad in der Menge genießt: charmant und verführerisch, elegant und mit Stil. Als Auftakt treffen Zitrone und Zedernholz aufeinander, angereichert mit einem Hauch von marinen Noten und würzigem Muskat und Kardamom. Eine Kreation aus Bernstein und Kaschmirhölzern entwickelt sich verführerisch unter Zugabe von Lavendel und Absinth. Das Finale wird mit einer Mischung aus Waldmoosen und Harzen eröffnet, veredelt mit Kristallen aus Orangenblütenwasser und Tonkabohne: extravagant, kühn und sinnlich. Police erweckt in jedem Mann den King!“
(Quelle: Douglas)

Kopfnote: Zitrone, Zeder, Lorbeerblatt, Kardamom, Muskat
Herznote: Artemisia, Kaschmirholz, Amber, Lavendel
Basisnote: Holznoten, Harz, Tonkabohne

Der erste Eindruck ist für mich (sonst erprobe ich Damenhüfte) ganz neu… Kardamom, Zitrone und Zeder. Frisch, aber würzig-holzig. Der Kardamom gibt dem Duft etwas sehr Markantes. Auf warmen Noten von sonnenreifem Holz breiten sich wie auf einem großen, dekadenten Tisch Blüten und Gewürze aus… Artemisa (Beifuß) und Lorbeer geben dem ganzen eine aromatische Note und verbinden geschickt „frische“ Töne wie Lavendel und Kardamom mit den schwereren Komponenten von Tonkabohne und Holz.

Im weiteren Verlauf erhält der Duft eine Strenge auf Holz, die gleichzeitig hart und ein wenig archaisch wirkt, der Lorbeer wird auf meiner Haut sehr dominant. To Be the King wird aber auch… wirklich etwas streng,  chyprisch (eine Duftrichtung, die mir meist nicht liegt: herb mit einem Stich ins „Grüne“).

Fazit

Ich bin positiv überrascht. Die Form der Flakons selbst finde ich auch mal etwas anderes (außerdem mag ich Morbides in der richtigen Mischung) und wer Mode/Design à la Ed Hardy und Co. mag, findet die Hülle der POLICE Düfte sicher anziehend. Auch neben dem ein oder anderen schwarzen Lippenstift und Gliederring machen sich die beiden Schädel im Bad sicher gut, auch wendig Flakons für mich gerne hochwertiger hätten sein dürfen.

Wie To be the Queen/King zu ihrem Namen kommen und Duft und Optik zusammengehören, sehe ich nicht ganz.

Beide Düfte sind sehr intensiv. Ich habe nur geringe Mengen benutzt, die absolut ausreichend sind, um nicht zu intensiv zu werden. To Be the Queen ist  ein sehr angenehmer Duft mit einer kashmirweichen Samtigkeit aus Frucht und Hölzern. Ich finde ihn gut komponiert, harmonisch und interessant. Er hat etwas Warmes, Laszives und Erotisches. Man spürt praktisch die schwül-warme Luft eines tropischen, späten Tages und die Notwendigkeit Textilien zu reduzieren. To Be the King ist für mich schwer einzuschätzen. Er führt eine strenge Note mit sich, die sehr vom Träger abhängt. So ein Duft steht und fällt mit der Haut des Trägers. Ein Duft für selbstbewusste Männer, die auch ein wenig Härte (sexy natürlich bitte) verströmen können. Die dunklen Hölzer mit den nahezu hellen, würzigen Noten stehen aber – wie es sich gehört – hinter der Königin zurück.

To Be the Queen: fruchtig, holzig, exotisch
To Be the King: holzig, Lorbeer, würzig-frisch-chyprisch

Ein Mann kann mit einem Wurm fischen,
der von einem König gegessen hat,
und essen von dem Fisch,
der den Wurm verzehrt hat.“

 – W. Shakespeare „Hamlet“ –

Weitere Reviews:
Talasias Dreamz

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