– It’s a kind of magic –
Die Liaison von Kamera & Handy

Vor kurzem in Wien, – Gedanken verschiedener Gäste im schicken Restaurant im Steffl:

“Wieso fummelt die Rothaarige da hinten am Tisch so an Kamera und Handy rum…? Das tut man nicht in einem Restaurant.”

“Herrgott, jetzt helf Ihr halt jemand mit den Geräten. Die hat bestimmt die Anleitung nicht gelesen… Typisch Frau.”

“Geht das nicht später, wenn die im Hotel ist?”

“Also ICH habe das selbe Kameramodell… bei mir funktioniert die MobileLink Verbindung problemlos.”

Der kleine Prolog basiert auf der wahren Geschichte eines der letzten Wochenenden, das ich mit Vicky von My Mirror World in Wien verbracht habe  (s. Artikel hier). Zwei Frauen, 2x das identische Kameramodell und nur eine brachte ihre Fotos auf ihr Handy… und das war NICHT ich.

***Alle Bilder lassen sich mit einem Klick vergrößern***

Obwohl meine Kamera eigentlich WLAN fähig ist (Samsung EX2F) und über ein App eine Verbindung zum Handy aufnehmen sollte… tat sie es nicht. Ihr war dabei auch egal, ob sie prinzipiell dazu in der Lage sein sollte oder nicht. Und das war schade, denn diese Eigenschaft hatte ich gerade an Vickys (identischer Kamera) das erste Mal gesehen und für doch nützlicher befunden als gedacht.

Autonomie und Selbstbewusstsein meiner Kamera in allen Ehren, nahm ich trotzdem einen langwierigen Emailkontakt mit dem Support auf und entschloss letztlich leicht verschnupft, das Problem ganz anders zu lösen, meiner Kamera ihre Autonomie zu lassen und mir nicht die virtuelle Nase an der nicht funktionierenden WLAN Verbindung blutig zu schlagen, sondern einfach einen anderen Weg zu wählen. – Schließlich gibt es auch WLAN fähige SD-Karten.

Wenn nicht so, dann anders. Punkt. Es lebe die Technik.

Wofür überhaupt eine WLAN fähige Kamera/SD Karte überhaupt gut sein könnte?

  • Auf Reisen/Trips Bilder ohne Computer aufs Handy bringen und damit direkt per Mail, Whatsapp oder Instagram (etc.) verschicken können ohne Umweg über Computer
  • Karte raus aus der Kamera, rein in den Computer, irgendwo hinlegen und verlieren … passiert nicht. SD Karte bleibt wohlig in der Kamera

HERSTELLERANGABEN

“Eyefi Mobi überträgt Ihre Bilder direkt nach der Aufnahme von Ihrer Kamera an Ihr bevorzugtes iOS-, Android- oder Kindle-Gerät. Eyefi Mobi arbeitet mit Eyefi Cloud zusammen, einem privaten Cloud-Service rund ums Fotografieren, damit Ihre hochwertigen Aufnahmen auf jedem webfähigen Gerät augenblicklich zur Verfügung stehen.”
(
Quelle:  eyefi )

Modelle und Preis
8 GB für 35,99€ , 16GB für 51,99€ , 32GB für 67,99€ bei Eyefi selbst
Teilweise über z.B. Amazon auch günstiger (ab 25,70€).

Bei der Aktivierung einer neuen eyefi Mobi Card wird außerdem eine 90Tage Mitgliedschaft beim Service EyeFi Cloud angeboten, der die Bilder auch auf der eigenen Cloud sichert, den ich jedoch über’s Jahr gerechnet mit 44,99€ als relativ teuer für einen entsprechenden Service halte.

EIGENSCHAFTEN

  • Die Karte baut erst bei neuen Bildern per WLAN (verschlüsselt, einzigartige SSID) Kontakt auf, um die Batterie zu schonen und beinhaltet laut Hersteller modernsten Samsung Speicher, Unterstützung von Burst Modus (beschleunigt den Zugriff auf unmittelbar aufeinanderfolgende Speicherzellen) und HD Aufnahmen.
  • Sie unterstützt eine enorme Anzahl Kameras (hier könnte Ihr herausfinden, ob auch Eure Kamera kompatibel ist!)
  • Überträgt JPG, PNG, AVI, MOV, MP4, MPG und MTS

EINRICHTUNG

Einfach das Kostenlose App für Computer (Mac/Windows, Download hier), Kindle oder Handy (iOS und Android) installieren, Karte aktivieren und individuellen Code der Eyefi Mobi Karte eingeben, um den autorisierten Zugriff zu ermöglichen.

Hier findet sich für Schnellstarter wie mich das größte Hindernis: überall stand “Code auf der Rückseite der Verpackung”. Da war aber kein Code. – Der Code WAR aber auf einer Plastikkarte. Um an diese zu kommen musste man die Verpackung unten aufschneiden (einmal scharf länger auf die Verpackung geschaut, hätte mir das schneller verraten, statt mich auf “auf der Rückseite” einzuschießen). Als das gelöst war, war die weitere Einrichtung kein Problem.

Beim iPhone muss zusätzlich das WLAN Profil noch installiert werden (simpler Knopfdruck, das iPhone macht es bis auf die Bestätigung ganz von allein).

CARD to iPhone/ Handy / iPad

Ist das WLAN der Karte erst einmal zertifiziert, muss man es in den Einstellungen>WLAN auswählen. Es kann sich kein anderers, fremdes Handy einfach darauf einwählen, also keine Angst vor der Anwendung. Und ich finde klasse, dass diese Art Übertragung geht, egal wo man ist. Man ist nicht von externen WLANs abhängig. Das ginge mitten in der Wüste. Nach dem Fotografieren eines neuen Bildes, wird eigenständig eine WLAN Verbindung von Seiten der Karte aktiviert.

Öffnet man nach „Betreten“ des Karten WLANs die App, erhält man direkt einer optisch sehr ansprechende Galerie-Übersicht der Bilder, die sofort übertragen werden. Diese werden in einem eigenen Ordner auf dem iPhone gespeichert, den man in den Alben unter “EyeFi” findet.

Bei Android gibt es im Vergleich zur iOS Version übrigens auch Geotagging, so weit ich gelesen habe. Weshalb das beim iPhone nicht integriert ist, kann ich nicht sagen.

Mit der SAMSUNG EX2F funktioniert die EyeFi Mobi allerdings nicht ganz verlässlich, scheint mir (teilweise hängt die Kamera sich auf oder es werden nicht alle Bilder übertragen), allerdings nehme ich ihr das nicht übel, da die Kamera auch in den Kompatibilitätstabellen nicht aufgeführt ist (nur die SAMSUNG EX2). Mit der Nikon D5200 arbeitet sie aber perfekt, überträgt Bilder direkt nach dem Schießen aufs Handy in tadelloser Geschwindigkeit. Einfach schön.

Man kann außerdem direkt in der EyeFi App auch Alben erstellen, Tags vergeben, auch die Bilder der Handykamera anzeigen lassen (nutzt meiner Meinung nach nur bei gleichzeitiger Verwendung der EyeFi Cloud, um dort auch Bilder der Handykamera zu sichern), rudimentiär Ausrichtung und Bildausschnitt bearbeiten und Informationen zu jedem Bild anzeigen lassen (Zeit, Blende, ISO, Kontrast).

CARD to MAC

Der Aufbau der Verbindung zum Desktop Computer (Mac in meinem Fall) schien mir – nach sehr einfacher Installation der App – auf dem Mac schneller und simpler als zum iPhone. – Allerdings ersetzt das WLAN der Karte auch jede existierende WLAN Verbindung. Also gibt es für die Zeit der Übertragung kein Internet mehr. Der Speicherort für Videos und Fotos ist getrennt in der App wählbar und während der Übertragung (es übertragen sich direkt alle Fotos) sieht man oben rechts das aktuell übertragene Bild mit Anzeige des Fortschritts über einen Balken.

Die Dauer der Übertragung beträgt bei mir etwa 3sec pro Bild bei einer durchschnittlichen Bildgröße von 4MB.

FAZIT

Für die regelmäßige Übertragung daheim werde ich die Eyefi Mobi nicht benutzen. Die wenigen Handgriffe (Karte raus, Karte in CardReader, Bilder übertragen) sind im heimischen Kontext absolut zumutbar und wären nur eine Alternative, wenn sie sich zusätzlich ins bestehende WLAN einwählen könnte. Die größere Schwester, die EyeFi Pro X2 kann das allerdings und damit das bestehende WLAN funktionsfähig lassen (ist aber auch teurer). Im Gegensatz zur Eyefi Mobi ist sie außerdem in der Lage RAW Dateien übertragen.

Ich empfinde die Karte dennoch als Bereicherung, die in meiner kleiner Kamera verbleiben und hier und da vllt. auch einmal in der Nikon D5200 zum Einsatz kommen wird. – Insbesondere für Events (bei dem ghd Event letztens hätte ich sie gerne schon gehabt!), Ausflügen und Urlauben finde ich sie perfekt, um doppelte Fotos zu vermeiden („Moment! Das muss ich nochmal mit dem Handy aufnehmen, damit ich es meinen Freunden/auf Instagram schicken kann!“) und schnell die „guten“ Bilder zum Teilen auch auf dem Handy haben zu können, ohne zwischen Geräten ständig wechseln zu müssen. Meistens funktioniert sie problemlos in der (eigentlich nicht konkret als kompatibel ausgeschriebenen) Samsung EX2F – manchmal hängt sich die Kamera jedoch leider auf beim Fotografieren oder Übertragen. Bei der Nikon D5200 und der Ricoh CX6 (beide kompatibel) passiert NICHTS derlei.

Tips zur Nutzung

  • Aktivierungscode z.B. in Evernote (ich liebe Evernote) speichern! Bei jeder Verbindung mit neuem Zielgerät wird sie gebraucht.
  • Bei Problemen mit dem WLAN einfach ein neues Foto machen (WLAN baut sich nur auf, bei neuen Bildern)
  • Wenn Euer Handy bereits in ein WLAN eingeloggt ist, kann es etwas sperrig sein, immer in den Eigenschaften des Telefons das WLAN zu wechseln. Setzt das ursprüngliche WLAN auf „ignorieren“, dann verbindet das iPhone sich automatisch mit dem WLAN der Karte, sobald es wieder aktiv ist, ohne dass Ihr hin und her schalten müsst.

 

PLUS EyeFi Mobi

  • Event/Trip/Urlaub ohne Computer dabei
  • Simple Installation/Einrichtung
  • Perfekt für Nutzung Twitter/ Facebook /Pinterest / Instagram in Kombination von Handy und Kamera
  • Bearbeitung der Bilder direkt an Handy/Tablet über Bearbeitungsprogramme dritter ohne Desktop Lösung

MINUS EyeFi Mobi

  • WLAN Verbindung nur bei neuen Bildern
  • WLAN nicht immer direkt zu finden, bzw. schnell beendet
  • ersetzt am Desktop vorhandenes WLAN/Internet
  • Übertragung von RAW nicht möglich
  • Übertragungszeit bei größeren Datenmengen natürlich länger als über CardReader

NACHTRAG „Gedanken zur Spontanität bei Instagram“:

Ich finde, Instagram ist eine tolle Plattform. Ich entdecke viel Schönes, Liebenswertes und sympathisch Schrulliges dort. Ich mag auch den Charme der Handybilder und möchte mich an dieser Stelle dafür aussprechen, nicht zu häufig über den angenehm einfachen Weg der WLAN fähigen SD Karten die Bilder einer digitalen Spiegelreflex nach Instagram zu überführen. Wenn es auf Instagram nur noch Hochglanzbilder gibt, erübrigt sich das persönliche und angenehm unperfekte Konzept.

Wenn Ihr in Eile seid und mir trotzdem zeigen möchtet, ob Euch der Artikel gefallen hat, dann lasst mir doch einfach Sternchen da! Bei Gedanken, Verbesserungsvorschlägen oder Hinweisen freue ich mich über ein Kommentar, um sie zu berücksichtigen!
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6 Comments

  • Ich könnte dich knutschen! Ich brauche dieses Ding und wusste vor deinem Artikel nicht im geringsten, dass es überhaupt so etwas gibt. Wie praktisch ist das bitte!? Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, wandert sofort ohne Umwege auf meine Wunschliste. Wie oft hab ich mir schon gewünscht, nicht mehr die Kamera erst einstecken zu müssen und tralalalala – schon lästig immer. Super, dass es da so eine einfache Lösung gibt!

    Liebste Grüße

  • Ich find das Konzept sehr interessant. Ich mag es nicht meine Kamera für alle 10 Bilder / Woche zu öffnen um die SD Karte herauszuholen bzw. ein Kabel anzuschließen. Dafür ist mir meine X20 einfach zu schade ständig dran rumzuknibbeln xD Ich fotographiere das meiste für den Blog und hab meistens nur Streams von 50-100 MB pro Woche. Für eine Reise würde ich es nicht nutzen. Der Preis ist naaaja, ich hab für meine 32 GB Class 10 ca. 29€ bezahlt und dafür dass das Ding nen eigenen Hotspot öffnen kann ist der vierfache Preis nicht unbedingt gerechtfertigt. Aber es wäre okay.

  • Diese Wlan-Karten sind eine super Erfindung.

    Vielleicht wäre für dich die Karte von Transcend eher etwas für dich. Bei dieser gibt es eine App in der du die Bilder auswählen kannst, du musst also nicht alle aufs Handy laden, kannst aber auch die Option „Shoot and view“ aktivieren. Und das Beste ist, du kannst in der App die Wlan-Verbindung anpassen, so dass das Handy mit der Kamera verbunden ist, aber auch mit dem Internet.
    Ich liebe es auf diese Art Kamera und Handy (auch per iPad perfekt) zu nutzen.
    Da sage noch einer, „Frauen und Technik“ 😉

    Liebe Grüße

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