This Saved my Months </br> Periorale Dermatitis für Anfänger

Wenn die Haut reagiert, ist man erst einmal hilflos. Insbesondere, wenn man bereits häufiger mit der Haut gekämpft hat. – Worum handelt es sich jetzt schon wieder? Ist es ein unschöner Akneschub? Eine Allergie?

Der Gang zum Hautarzt wird durch die monatelangen Wartezeiten (auch bei akuten Beschwerden) aktuell absurd. Die Bedarfsplanung der medizinischen Versorgung ist einfach veraltet. Überall wartet man Monate. – Kein Wunder, dass man zu googlen beginnt.

Die Einbeziehung des Allgemeinmediziners war außerdem wenig erfolgreich: in Annahme einer Allergie wurde eine cortisonhaltige Tinktur verschrieben, die zunächst zwar Abhilfe schaffte, jedoch direkt nach Absetzen Pusteln und Rötungen vestärkt wieder brachte. – Wie ich später (durch Googeln, Blogs und andere Betroffene) erfuhr, ist das eine typische Reaktion bei Perioraler Dermatitis, die nicht mit Cortison behandelt werden sollte!

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Wer hätte gedacht, dass man Gefahr läuft, eine Hautproblematik zu bekommen, wenn man sich gut pflegt, auf Inhaltsstoffe achtet und sich mit dem Thema beschäftigt, gerade weil man bereits andere Hautthemen hatte (Allergien, Pickel, Mischhaut). Aber gerade das ist ein “Markenzeichen” der Perioralen Dermatitis.

PERIORALE DERMATITIS (PD)

Gerade Frauen, die Wert auf Hautpflege legen, damit auch experimentieren und so häufig die Pflege wechseln, können die “Stewardessen Krankheit” bekommen, die zunächst wie Unreinheiten oder Allergie aussehen kann. Genaue Ursachen sind unklar: Veranlagung, unerkannte Fehlpflege, Überpflegung, aber auch Stress, Lichtunverträglichkeit, Magen-Darmerkrankungen oder Fluorid in Zahnpasta können u.a. eine Rolle spielen.

 

Inzwischen sind 10 Wochen vergangen und ich möchte Euch meinen Weg mit dem ungebetenen Gast berichten, der vielleicht auch für die ein oder andere von Euch hilfreich sein mag.

PD ERKENNEN

Optisch ist eine Periorale Dermatitis (PD) leicht mit einer allergischen Reaktion, Rosazea oder Akne zu verwechseln. – Die Behandlung unterscheidet sich jedoch enorm. – Wenn die “Unreinheiten”/ der “Ausschlag” durch die bisherige Behandlung nicht vergehen oder sogar schlimmer werden (durch Cortison oder die Pflegeprodukte), ist eine PD in Betracht zu ziehen und am besten ein Hautarzt aufzusuchen, auch wenn ich durch die unrealistischen Terminvergaben von 9–12 Monaten nicht sonderlich unterstützt gefühlt habe… aber vielleicht haben andere mehr Glück, denn natürlich hat Selbstmedikation und -diagnose immer auch Risiken.

Was mich davon überzeugte, nicht nur einen plötzlichen Schub unreiner Haut zu haben, war die flächige Rötung, das Jucken und die Erhitzung der Haut sowie die Tatsache, dass der Ausschlag selbst anders wirkte als meine sonstigen Unreinheiten… viele flächige, kleine Pusteln, die mit Flüssigkeit gefüllt waren im Gegensatz zu punktuellen Pickeln. Das ließ mich stutzen, auch wenn ich zunächst an eine Allergie glaubte. Aber selbst als ich Produkte weg ließ, von denen ich annahm, sie könnten Allergieauslöser sein, wurde es nur schlimmer und schien überhaupt keine Sinn zu ergeben. Wie konnte ich denn auf ALLES allergisch reagieren? So rückte die PD über Ausschlussverfahren als Verdacht in den Raum und bewahrheitete sich durch die weitere Behandlung.

BEHANDLUNG

Die Komplexität diesen Schrittes ist erstaunlich simpel: lasst alles weg. Als ich das las, war ich etwas geschockt… hatte ich mir doch gerade eine großartige Hautpflegeroutine aufgebaut, mich mit Anti-Aging beschäftigt und meine Haut war seit 2 Jahren so gut wie noch nie in meinem Leben gewesen. … Alles weglassen…(!) Nach ersten störrischen Versuchen hielt ich mich aber daran. Viel anderes blieb auch nicht, da die Haut innerhalb weniger Stunden wieder reagierte.

meine ersten zwei wochen

Innerhalb der ersten Tage war jeder Versuch, Pflege oder Makeup zu verwenden zum Scheitern verurteilt. Ich sah durch die verstärkte Reaktion meiner Haut schnell davon ab und verließ mich auf Schwarzteeumschläge.

Abends reinigte ich die Haut mit Bioderma Mizellenlotion und morgens mit Balea Sensitive Gesichtswasser.

 

PHASE 1

Einen starken (unparfümierten!) schwarzen Tee aufbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen (48h etwa haltbar). Wattepads darin tränken und 2–4 täglich auf die betroffenen Hautstellen legen und 10–20 Minuten ruhen lassen (TIP: Handtuch auf Kopfkissen legen und zum Einschlafen auf das Gesicht legen). Die Gerbstoffe wirken adstringierend, so dass die Poren sich zusammen ziehen. Durch die Verbindung der Gerbstoffe mit Eiweßen in der Oberhaut entsteht eine Schutzschicht, so dass die Haut weniger Feuchtigkeit verliert, Juckreiz zurückgeht und die Entzündungen besser werden.

ABER die Umschläge haben auch zwei Nebenwirkungen. Zum einen wird Eure Haut sich leicht gelblich färben, zum anderen wird die Haut trockener. Bei mir wurden der feucht anmutende Ausschlag trocken, schuppte sich und zeigte schließlich eine sehr wunde, rote und juckende Haut, die jedoch deutlich sichtbar verheilte und den Ausschlag los wurde.

PHASE 2

Als der Schwarztee die Haut so trocken und wund zurückgelassen hatte, begann ich mit Avene Cicalfate zu cremen, da ich den Juckreiz nicht aushielt. Es schmerzte richtig und die Creme habe ich seit Jahren bei mir und hatte auch in Verbindung mit PD durch das enthaltene Zink gutes gelesen. Es verschaffte innerhalb einer Nacht Linderung und alles heilte ab.

Auch Luvos Heilerde 2 Hautfein* war hilfreich, um Heilung und Reinigung zu unterstützen.

Folgend: morgens

Mit dem BALEA Ultra Sensitive Gesichtswasser oder auch nur lauwarmem Wasser reinige ich morgens sanft die Haut. Ich benutze bewusst kein Mizellenwasser morgens, da zu viel Reinigung gar nicht nowendig ist und ich die beanspruchte Haut lieber mehr in Ruhe lassen möchte, damit sie sich wieder einpendelt.

 

Da PD auch auf Sonnelicht intensiv reagiert, ist trotz der Nulldiät ein Sonnenschutz erfoderlich. Dafür verwende ich nur 1x morgens Paula’s Choice Resist Tageslotion SPF 50. Die Haut hat diesen Schutz unproblematisch vertragen, worüber ich sehr dankbar war.

Für etwa 1 Woche habe ich auch vollständig auf Kosmetik verzichtet aus Angst, es zu verschlimmern und an flüssige Foundation traue ich mich auch aktuell nur für sehr kurze Exkurse heran. Aber die Mineral Foundation Matte von Bare Minerals** habe ich sehr gut vertragen. Ich fühlte mich weniger beschämt und aussätzig und der Haut schien es sogar gut zu tun. Mineralfoundation bringt immer auch einen kleinen Lichtschutz (Zinkoxid & Titandioxid, ca. LSF 4) mit sich und ist entzündungshemmend (Magnesium & Zinkoxid). Die Augen hatte ich in den ersten Tagen nicht geschminkt, aber schnell bemerkt, dass es keinerlei Auswirkungen hatte, es doch zu tun.

Folgend: abends

So schnell war ich noch nie bettfertig… BIODERMA Sensibio H20 ist mir seit Jahren eine gute Begleitung. Auch die Nivea Sensitive 3 in 1 Reinigungsfluid hat mir später gute Dienste geleistet. Ich hatte es hinzugenommen, da es neben der Reinigung auch Feuchtigkeit spendet.

Alles abschminken… und danach habe ich nur eine Augencreme aufgetragen. Der Rest der Haut blieb weiterhin völlig ohne Pflege.

KEINE PFLEGE?!

Der Gedanke, ohne Pflege auszukommen, war für mich auch zuerst erschreckend. Das Hautgefühl ist ungewohnt. Wir cremen uns häufig schon seit unserer Kindheit ein. Dabei ist Creme an sich nur ein Trägerstoff, in dem die eigentlichen Wirkstoffe der Haut appliziert werden und ist zum Großteil nahezu unnötig (was ich auch bei Filabé, die ich am Wochende auf BeautyPress kennengelernt hatte, bemerkenswert finde, aber dazu zu einem anderen Zeitpunkt mehr). Sich eingecremt fühlen zu “müssen” ist hauptsächlich Konditionierung und Gewohnheit, hat aber nicht unbedingt mit der tatsächlichen Gepflegtheit oder dem Zustand der Haut zu tun, obwohl das bei sehr trockenen Hauttypen variieren mag.

 

In den letzten Wochen werde ich immer wieder darauf angesprochen, dass meine Haut wieder sehr gut aussieht. Es gibt nur noch vereinzelt kleine Pusteln als schnelle Reaktion, ansonsten hat sie sich gut eingependelt. Mal trockene Stellen, aber auch das reguliert sich bislang.

WANN IST DAS WEG?!

Die Frage kann ich nicht beantworten. Es kann wohl Wochen und Monate dauern. Bei schweren Fällen wird zusätzlich ein Antibiotikum vom Arzt verschrieben. Ich kann nur sagen… solang ich alles halte wie oben beschrieben, kann ich mich problemlos schminken (als Foundation Mineralmakeup, verzichte aber auch auf Primer, etc.) und sehe völlig normal aus.

Firmen wie Avene und Dermasence bieten Produkte für überempfindliche Haut an und ich traue mich aktuell immer mal wieder einen Tag mit einer Creme, einem chemischen Peeling oder einem anderen Pflegeprodukt einzulegen. Auch den neuen In-Dusch Makeup Entferner von NIVEA und die In-Dusch Gesichtspflege habe ich mehrere Tage lang anstandslos vertragen, was mir Hoffnung gibt. – Ich beginne wieder vorsichtig zu experimentieren. Und auf “trockene” Pflegeprodukte wie Filabé bin ich extrem neugierig… dafür möchte ich mir Zeit nehmen und Euch ausführlich und isoliert über einige Wochen sgetestet berichten.

Beim ersten Anzeichen von Pusteln und Rötung kehre ich fluchtartig zu lauwarmem Wasser, Mizellenlotion und Paula’s Choice Tagelotion SPF50 zurück. Da gibt es keine Diskussion. Das ist kein Duell mit der Haut, das ich gegen sie gewinnen muss. Ich muss es MIT ihr lösen.

Sollten Eure Hautprobleme diffus sein, nichts helfen und Ihr von einem Produkt zum anderen wechseln in der Hoffnung, eines schlüge an… vllt. ist auch für Euch die Lösung, eine Nulldiät zu schaffen, damit die Haut sich regenerieren kann.

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Was ich gelernt habe:

  • Wenn die Haut Probleme macht. Alles auf viel weniger reduzieren als ich je gedacht hätte!
  • Ich bin morgens und abends viel schneller als zuvor in Bad und am Schminktisch!
  • Schwarzer Tee ist ein gutes Hausmittel
  • Avene Cicalfate werde ich weiterhin immer im Haus haben (auch toll bei eingerissenen Mundwinkeln, wunder Haut am Auge oder Pickelwunden)
  • Vielleicht braucht Haut doch weniger als man oft denkt

Gleiches Thema, anderer Blog:
LaMiezee
Pai Skin Solutions Blog
Alabastermaedchen
Glam Up Your Lifestyle

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