Was mir unter die Haut geht – Vorher/Nachher

Seit meiner Pubertät kämpfe ich mit Pickeln, gerne auch schmerzhaft und tief unter der Haut. Bisher hat da keine Pille geholfen und die typischen Mittelchen aus der Drogerie auch nicht. Seit ich den Blassen Schimmer schreibe, habe ich jedoch begonnen, viel ausführlicher und strukturierter meine Hautpflege zu testen, zu modifizieren und auch zu hinterfragen und bin auch durch das vermehrte Lesen anderer Blogs auf das ein oder andere gestoßen, das ich ausprobiert habe.

Meine Haut ist Mischhaut mit stark glänzender T-Zone, Unreinheiten, die teilweise schmerzhaft und tief sind und lange Zeit Male hinterlassen sowie einer Tendenz für allergischen Ausschlag (Urtikaria).

Seit etwa 1-2 Monaten hört ihr von mir „Es wird viel besser!“ und ich dachte, es ist an der Zeit, Euch einmal einen Vorher-Nachher Vergleich zu zeigen und zu versuchen, die (wahrscheinlich) verantwortlichen Variablen für Euch zu benennen.

***Alle Bilder lassen sich per Klick vergrößern.***

Ich habe für das Vorher-Nachher Bild ein Bild von meinem Concealing Tutorial verwendet (daher auch der abgeschnittene Schriftzug unten Links – bitte einfach ignorieren) und ein Bild von dieser Woche. Die Farbunterschiede sind auf unterschiedliche Lichtverhältnisse zurück zu führen. Ich habe leider keinen professionellen Lampenaufbau, der für immer gleiche Lichtverhältnisse sorgt und bitte dies zu entschuldigen. Beide Bilder sind ungeschminkt.

links: Juli 2012 – rechts: Dezember 2012

Wie man auf den Bildern gut erkennt, sind nur die Leberflecken zurückgeblieben, die ich habe und die vorher selbst wie Unreinheiten hätten wirken können. Ansonsten hat sich das Hautbild sehr beruhigt und man kann auch leichte Sommersprossen (Wangenknochen) erkennen, die vorher in der unruhigen Haut einfach wie zusätzliche Pickel gewirkt haben.  Ich finde, die Haut rechts auf dem Bild wirkt gesünder, strahlender und klarer.


Was hat den Unterschied gemacht?

• kein Alkohol in Hautpflege
Ich glaube, dies ist sogar einer der Hauptgründe, warum es so viel besser geworden ist und warum es auch mit Naturkosmetik, die Alkohol enthielt (Dr. Hauschka), nicht half. Hautpflege – auch für unreine Haut – braucht keinen Alkohol, auch wenn man immer denkt „das desinfiziert“. Bei mir hat es irritiert und seit ich eher Cremereiniger und Toner ohne Alkohl nehme beruhigt sich die Haut das erste Mal.

• nicht drücken
Wenn möglich… Pickel einfach in Ruhe lassen. Ich schaffe es nicht immer – aber bisher habe ich es selten bereut, wenn es gelungen ist. Ich benutze Payot Pate Grise, das meist gut funktioniert auf den sich entwickelnden Unreinheiten. Aber Wunder passieren leider oft trotzdem nicht. Hier ist – falls es gar nicht anders geht – aber eine großartige und schonende Anleitung.

cremige Reiniger
Ich hätte es nie für möglich gehalten – aber seit ich sowohl Pai Skincare (Review hier) probiert habe als auch einfach simples Kokosnussöl (Review hier) merke ich, dass gerade bei gereizter, entzündeter Haut diese cremigen Reiniger viel, viel besser tun. Das Gefühl ist zwar nicht so quietschig-sauber wie nach einem Gelreiniger – aber dafür ist es beruhigt, angenehm und gepflegt (ich schminke meist trotzdem mit Bioderma Sensibio vorher ab).

• Rosehip Oil (= Wildrose = Hagebutte)
Nie wieder ohne. Wirklich. Ob in Creme gemischt und mit etwas Thermalwasser auf dem Gesicht verteilt… Die Pickelmale verschwinden schneller, die Haut strahlt und ist viel gesünder. Wenn ich aktive Unreinheiten habe, mische ich auch gern Teebaum- und Lavendelöl dazu. (Die Review zu meinem Lieblings Rosehip Oil findet Ihr hier) Und ich liebe den Geruch (auch wenn ich schon Stimmen gehört habe, die ihn eher unangenehm finden).

• Feuchtigkeitspflege statt mattierende Pflege
Wie nahezu jeder mit fettiger/unreiner Haut habe ich meiner Haut viel zu wenig Feuchtigkeit zugeführt mit all den mattierenden Cremes, die glänzende Haut bekämpfen sollten. Erst als ich angefangen hatte, diese völlig wegzulassen und durch „normale“ Feuchtigkeitspflege zu ersetzen, bemerkte ich, dass es nicht schlechter wird und auch wenn ich schnell glänze: der Zustand der Haut ist deutlich besser, seit ich meine Haut besser „ernähre“. Einer meiner Lieblingscremes ist die Beruhigende Feuchtigkeitspflege Clean Ac von Avene (Die Geranium & Thistle Cream von Pai Skincare erprobe ich noch). Feuchtigkeit ist auch für unreine Haut wichtig, aber wenn möglich keine dicken, fettigen Cremes.

• Kosmetikpinsel regelmäßig waschen
Ich wasche meine Foundationpinsel inzwischen alle drei Tage und habe mehrere, um eine funktionierende Rotation zu ermöglichen. Der Umstieg auf saubere Hände wäre wahrscheinlich noch besser – aber ich trage die Foundation sehr, sehr gern mit Pinsel auf.

• Handtücher häufig wechseln
Gerade die Haut gereinigt und jetzt gut mit der Bakterienschleuder der letzten zwei Wochen trocken rubbeln? Äh… nein. Lieber nicht. Eventuell sogar in Anbetracht ziehen, ein Handtuch auf das Kopfkissen zu legen und alle paar Tage zu wechseln.

NACHTRAG:
Durch einige Leserkommentare wurden noch sehr gute Erfahrungen mit Einweghandtüchern genannt!

• AHA und/ oder BHA (Peeling)
Natürlich ist es gut, die Haut zu peelen, wenn man möchte, dass sie sich regeneriert. Über AHA oder BHA kann man dies neben den normalen physikalischen Peelings machen. Die „normalen“ Peelings fand ich häufig suboptimal, da sie die ohnehin empfindliche Haut aufrissen oder irritierten oder auch gar nicht wirkten. Hier gibt es einige gute zusammengefasste Informationen zum Thema. BHA (fettlöslich) sind für unreine, fettige Haut am besten geeignet. AHA (wasserlöslich) sind besser geeignet, wenn die Haut oberflächlich unruhig und trocken ist. Ich benutze inzwischen eine Kombination: morgens 2% BHA Gel, jeden 2. Abend AHA (Liquid Gold , Review hier) abwechselnd mit Avene beruhigender Feuchtigkeitspflege Clean AC + Rosehip Oil.

• evtl Ernährung umstellen
Keine Kuhmilch, kaum Weizen und kaum Zucker. Besonders Kuhmilch löst bei mir tiefliegende und schmerzhafte Pickel aus. Begonnen hat die Nahrungsumstellung als Experiment Anfang des Jahres – meine Haut wurde nach etwa 3-4 Wochen so viel besser, dass ich es beibehalten habe. Inzwischen merke ich auch Magenprobleme, wenn ich Kuhmilchprodukte zu mir nehme. Die Entwicklung von Hautunreinheiten auf Nahrungsmittel finde ich aber extrem  gemein, da man diese ja oft erst 1-2 Tage später bekommt und den Bösewicht dann erstmal finden muss. Ob Weizen dabei eine Rolle spielt, weiß ich nicht ganz genau – bei Kuhmilch bin ich mir aber ziemlich sicher.
Eine Vielzahl von Menschen berichten über einen Zusammenhang von Milchprodukten und Unreinheiten. Es lohnt sich, es zumindest 2-3 Wochen zu probieren und inzwischen trinke ich Soyamilch sogar lieber als Milch.


Gute Erfahrungen habe ich mit folgenden Hautpflegeprodukten gemacht:
• La Roche Posay Effaclar Duo (Der Rest der Pflegeserie hat keine großen Unterschiede bewirkt, leider)
• Vichy Normaderm
• Avene Cleanance & Clean AC (Das Gesichtswasser habe ich weggelassen)
• Pai Skincare
• Kokosnussöl


Fazit:
Meine Haut ist viel, viel besser. Ich habe hier und da noch Unreinheiten – allerdings viel weniger und nicht zu langfristig. Die perfekte Haut werde ich einfach nicht haben und einen ebenmäßigen Hautton habe ich leider auch nicht – aber ich schäme mich nicht mehr, ohne Foundation das Haus zu verlassen und erhalte zunehmend Komplimente.
Ob teure oder günstige Hautpflege – Alkohol war ein Kernbestandteil der Dinge, die bei mir nicht gewirkt haben oder das Problem vllt. sogar aufrecht erhalten haben. Ich denke, man muss keine Unmengen ausgeben – reduziert Eure Hautpflege auf ein Minimum sehr nachvollziehbarer Inhaltsstoffe und baut von dort wieder auf. Das ist etwas, das ich auch von der Ernährung gelernt hatte, als ich chronische unspezifische Urtikaria bekam. Mal alles weglassen, nur die simpelsten Dinge zu sich nehmen (Kartoffeln, Reis, Wasser) und dann langsam wieder hinzufügen. Auch der Haut tut das gut und von da kann wieder etwas „komplexeres“ hinzugenommen werden. Dass mir Naturprodukte so gut tun würden, hätte ich nicht gedacht, fand den Hype um Naturhautpflege häufig übertrieben und einen Marketingschachzug (eine Entschuldigung an jene, denen ich damit Unrecht getan habe) … Tja -und jetzt finde ich darin die Pflege, die tatsächlich letztlich den Zustand meiner Haut markant verbessert hat.

Noch ausprobieren werde ich folgende Hautpflegeserien
• Shiseido The Skincare
• Kimberly Sayer
• Dr. Alkaitis

Gibt es bei Eurer Haut Pflege, die perfekt funktioniert? Was waren ungewöhnliche Entdeckungen? Worauf würdet Ihr nicht mehr verzichten wollen? Gibt es eine der oben erwähnten, die Euch besonders interessiert?

Hier geht es übrigens zu einem tollen und informativen Artikel über Gesichtsöle von Beautyjagd.

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