Die Nars Foundation gibt es in zwei Ausführungen: Sheer Matte (ölfrei, mattes Finish) und Sheer Glow (Feuchtigkeit spendend, glowy Finish). Da meine Haut ölig ist, habe ich mich – nach langer Suche nach sehr hellen Foundations – für die NARS Sheer Matte entschieden im hellsten Farbton Siberia (die nächst helleren sind Gobi (gelbe Untertöne) und Mont Blanc (rosa Untertöne). Siberia ist ein sehr neutraler heller Farbton.

In verschiedenen Youtube Videos wurden die NARS Fundationen sehr empfohlen und so habe ich damals über HQhair.com bestellt. Der Onlineshop führt einige interessante Marken (Urban Decay, NARS, stila,…) und versendet weltweit versandkostenfrei. Der Versand dauert ca. 1-2 Wochen. Die Preise haben sie aktuell aber deutlich angezogen, habe ich das Gefühl, damals war die NARS Sheer Matte günstiger als heute mit 36,40 Euro für 30 ml.

NARS Sheer Matte – Siberia

 

Flasche:
Die Foundation befindet sich in einem schönen, leicht milchigen, kompakten Glasflakon mit abgeflachten Ecken. Allerdings ist der Deckel „zweiteilig“, bzw. löst sich der kleine Innendeckel (s. Bild oben rechts) schnell vom „Hauptdeckel“.

Im ersten Moment wirkt die Foundation von ihrem Äußeren sehr edel, der mattierte, samtartige Deckel wird allerdings schnell fleckig und ist schwer zu reinigen (insbesondere, weil die Foundation keinen Pumpspender aufweist), wodurch sich die edle Optik nicht lange hält.

Einen offenen Drehverschluss finde ich bei Foundation eher unangenehm, er sieht schnell unsauber aus und es ist einfach eine Schande bei einem qualitativ hochwertigen Produkt.

 

NARS beschreibt die Foundation auf ihrer Internetseite wie folgt:

Eine öl-freie Foundation mit sanft mattierendem Finish und strahlender, aufbaubarer Deckkraft, die Ölproduktion und Glanz über den Tag hinweg kontrolliert. Angereichert mit hautpflegenden Eigenschaften und der NARS Teint aufhellenden Formel, ist die Haut strahlend, weicher und samtiger.

Bei täglichem Gebrauch verbessert die Sheer Matte Foundation die Ausstrahlung, Leuchtkraft und Struktur der Haut. Für normale und ölige Haut. – minimiert Farbvarianzen – gibt der Haut Leuchtkraft und klärt die optische Erscheinung – ölfrei. Absorbiert Öl und kontrolliert Glanz – Dermatologisch getestet, nicht komedogen, parfumfrei

 

Die Foundation enthält KEINEN Lichtschutzfaktor, was bei britischen und amerikanischen Marken üblich zu sein scheint. Viele empfinden dies als Vorteil, weil sie so den Sonnenschutz unter dem Make-up selbst wählen können oder ihn weglassen, denn gerade für Fotografien sieht man mit Sonnenschutz schnell zu kalkig aus, weil sie das Licht zu stark reflektieren. – Ich empfinde es als Nachteil, da ich nicht zu so vielen Produkten morgens greifen möchte. Meine Haut ist ohnehin empfindlich, durch das schnelle Glänzen und Ölig-sein scheue ich vor zu vielen Creme-Produkten zurück und möchte ja auch die Pflege verwenden, die gegen Unreinheiten wirkt. Darüber dann noch eine Sonnencreme?… Für mich eher unangenehm.

 

Farben:
Insgesamt gibt es 20 Farbnuancen von sehr hell bis sehr dunkel. Die Farben sind nach Ländern/Landstrichen benannt, was ich jedoch als sehr verwirrend empfinde, weil man schlecht ohne Swatch zu einer eventuellen Passung des eigenen Hauttons gelangt. Bei meiner hellen Haut war das einfach: einfach den hellsten Ton per Internetsuche herausfinden. Bei Zwischennuancen halte ich das für deutlich schwieriger anhand der rein sprachlichen Einteilung ohne erkennbare „Hell-Dunkel“-Hierarchie im Bennenungssystem.

Ich habe mich für Siberia entschieden, denn hellsten Ton, der insgesamt neutral sein soll.

Farbchart von NARS , Quelle: NARS Homepage

Hier mal ein Swatch zum vergleichbaren Eindruck mit bekannten Foundations: Das oberste Bild zeigt die Foundations direkt nach dem Auftrag. Darunter nach Verblenden und das letzte etwa 15 Minuten nach Verblenden. Es ist deutlich sichtbar wie schön hell und neutral die NARS Siberia ausfällt

links: Diorskin Nude 010, Mitte: Nars Sheer Matte Siberia rechts: MAC Studio Fix Fluid NC15

Textur und Finish:
Als Grundlage habe ich Illamasqua Matt Primer (SPF15) verwendet, um einen SPF zu erhalten, der meine Haut gleichzeitig nicht noch zusätzlich zum Glänzen bringt. Die NARS Foundation ohne SPF darunter zu verwenden, käme für mich nur abends in Frage.

Vor der Verwendung sollte die Foundationflasche gut geschüttelt werden – es erleichtert auch die Entnahme des Produktes, das ich mir dann mit einigen kleinen Schüttelbewegungen auf den Handrücken fließen lassen. Die Foundation ist eine schnell trocknende, leicht zähe Flüssigkeit.

Früher habe ich sie mit dem Flat Top Kabuki von Sigma aufgetragen – in den letzten Tagen zum Testen für diese Review bin ich zur Stippling Brush von Zoeva übergegangen, um ein leichteres Finish zu erhalten, denn einer meiner Hauptkritikpunkte an der NARS Sheer Matte war immer, dass sie sehr maskenhaft und hart auf dem Gesicht aussieht. Das Ergebnis war auch in der Tat besser und so möchte ich eher ein Auftragen empfehlen, dass weniger Produkt möglich macht und ein natürlicheres Finish unterstützt, das die Foundation allein nicht selbst bewerkstelligt.

Das Finish ist matt, etwas stumpf, aber schön hell (siehe Fotos unten) und durchaus ausgleichend, was Poren und Unebenheiten angeht. Dass die Foundation kein Parfum enthält empfinde ich als sehr angenehm beim Auftrag.

links: ohne Make-up, Mitte: nur NARS Sheer Matte Siberia, rechts: fertig geschminkt

Haltbarkeit:
Glanzkontrollierend… naja. Aber da ist meine Haut auch eigen und es mag bei anderen viel besser funktionieren. Ich glänze bereits nach zwei Stunden wieder recht stark, was ich mit Puder ausgleichen muss. Leider setzt sich die Foundation bei mir über den Tag unterhalb der Wangen etwas ab und wird relativ sichtbar, wenn man mir zu nahe kommt.

Fazit:
Ich habe mir die Foundation letztes Jahr gekauft und sie ganz selten benutzt, was u.a. an dem fehlenden Lichtschutzfaktor lag. Ich achte seit einem Jahr gezielt mehr darauf meine Haut auch gut zu pflegen und vor dem Altern zu schützen so gut es eben geht – da gehört das für mich dazu. Die Verwendung zusätzlicher Sonnencremes finde ich eher schwierig und habe vieles probiert, was letztlich eher zu noch mehr Glanz und schlechterer Haltbarkeit geführt hat, selbst wenn die Sonnencremes ohne Öl waren oder sogar mattierend sein sollten. Weiterer Minuspunkt war für mich immer das Sichtbarwerden/Absetzen des Produktes nach einiger Zeit und das sehr stumpfe Aussehen. – Ich muss sagen, das hat sich mit der Verwendung der Stippling Brush etwas gebessert und das würde ich aktuell auch wohlwollender sehen und nicht mehr bemängeln. Die Farbe ist ideal. Man kann im Swatch oben erkennen wie hell sie ist. Perfekt für den Winter, ich tippe sie in einem Vergleich mit Bobbi Brown Produkten auf Alabaster oder Porcelain. Ob die Foundation die Haut wirklich dauerhaft verbessert wie sie soll, kann ich nicht sagen, da ich sie nie dauerhaft verwendet habe. Bei dem Preis keinen Pumpspender mitzuliefern (ähnlich wie Clinique oder Shiseido) finde ich bedauerlich, da die Dosierung leichter und sauberer wäre und so kein unnötiger Sauerstoff an die Foundation käme.

Pluspunkte

– Farbauswahl und bei Trocknen nicht dunkler werden (oxidieren)
– ölfrei
– nicht komedogen und parfumfrei – schön ausgleichend und perfektionierend

Minuspunkte

– Nuancen-Benennung
– sichtbares Absetzen des Produktes auf Wangen, bzw. „Flüchten“ von meiner Nase
– etwas stumpf im Finish
– kein Pumpspender
– Preis