Während L’Occitane Düfte mir vor allem mit den Verbena Varianten ein Begriff im Sommer sind, hat die französische Marke mit Erlebnischarakter vor kurzem einen neuen Duft lanciert, der sogar innerhalb kürzester Zeit online vergriffen gewesen ist.

Inzwischen ist das aber wieder behoben und das habe ich als Startschuss für den Artikel genommen, der mir besondere Freude zu schreiben gemacht hat und das liegt an einer der Duftkomponenten von Arlésienne, die selten Verwendung findet.

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HERSTELLERINFORMATIONEN

“Die Arlésienne verkörpert L’Occitanes Weiblichkeit, sie ist eine Frau Südfrankreichs, die frei und ausdrucksstark ist. Diese zauberhafte Frau war eben hier, man hört aber nur noch das leise Flüstern des Stoffs ihres Kleides. Bevor sie den Raum verlässt, hinterlässt sie einen einzigartigen Duft, den, unseres neuen Parfums. Drei blumige Duftnoten vereinigen sich, um ihre Charakterzüge darzustellen: das Temperament des Safrans, die Anmut der Rose und das Geheimnis des Veilchens. Beim Design des mit Blüten gravierten Flakons ließ L’Occitane sich von der Bewegung ihres Kleides inspirieren, in dem Moment in dem Sie heiter tanzt.”
(Quelle: L’Occitane)

Preis: 50 € für 75ml bei L’Occitane

Kopfnote: Mandarine, Safran
Herznote: Rose, Maiglöckchen
Basisnote: Veilchen, Sandelholz, helle Hölzer, Tonkabohne

EINDRUCK

Im ersten Augenblick kommt eine unerwartete zitrische Frische, die sich wie der Saum eines sich drehenden, aufgeregten Kleides langsam senkt und pudrige Rose mit sich bringt. Der Safran hinterlässt dabei ein würzig trockenes Feuer am Rand der zu erschnuppernden Rosenblätter und ich finde ihn in dieser Komposition ganz besonders charmant. Er bringt einen Stolz mit, der jung und lebhaft ist dabei gleichzeitig durch die Kostbarkeit von Safran ein Gefühl von Wert mit sich bringt, ohne ein geschliffenes Juwel sein zu müssen. Allein dieses feine, natürliche, seltene und absolut ungekünstelte Gewürz ist von Natur aus kostbar, ohne von Menschen gemacht zu sein, was sich symbolhaft auf Duft und Trägerin überträgt wie ein natürlicher Adel ohne kulturelles Korsett oder porzellan-durchwirkte Eleganz.

Innerhalb der ersten 5 Minuten vergeht der zitrische Eindruck völlig und es findet sich ein Duft von warm-trockenem Puder mit getrockneten Blüten wieder. Leicht und unbeschwert, freiheitsliebend, aber ohne große Sillage.

Im weiteren Verlauf setzt sich besonders die Rose durch, die die Stimmung eines staubig-warmen Sommerabends verbreitet mit einer Sonne, die wie Honig über Mauern und Häusersilhouetten fließt, um sich vor dem Untergehen noch ein wenig an dem duftenden Tag festzuhalten. Der Duft bleibt trocken-würzig trotz der deutlichen Rosennote, Veilchen und Safran geben ihm etwas Bodenständiges, Erdiges. Die Hölzer bieten eine leichte und dennoch angenehm warme Unterlage, so dass der Duft nie versucht, durch Süße und Mädchenhaftigkeit zu überzeugen, sondern den Charme einer Frau besitzt, die ihre Weiblichkeit weder mädchenhaft-verspielt, noch Alluren durchsetzen muss.

FAZIT

Die Arlésienne ist der Inbegriff des weiblichen Ideals der Provence und ursprünglich inspiriert durch eine römische Statue – die Venus von Arles, die 1651 entdeckt worden ist. Seither wurde sie viele Male in Musik, bildender und darstellender Kunst aufgegriffen worden und wurde optisch auf Laufstegen zitiert. Die geheimnisvolle Fremde. Die selbstbewusste Frau, die man aber nie ganz greifen kann.

L’Occitane Arlésienne ist unaufdringlich, aber trotz seiner Pudrigkeit voller Selbstbewusstsein. Die warme, trockene Würze, die Tiefe der Tonkabohne, die man nur erahnt und die natürliche Ausstrahlung machen das Eau de Toilette zu einem Duft, den man an wilden Schönheiten sieht, die dennoch eine angeborene Feinheit mitbringen, die nichts Über-Kultiviertes an sich hat. Die würzig-blumige Trockenheit gefällt mir sehr!

Die Haltbarkeit ist leider relativ gering und schon 3h nach Auftrag ist der Duft in meiner Haut verschwunden.

Wer pudrige, trockene und warme Düfte liebt ist hier gut beraten. Im Vergleich: Narciso von Narciso Rodriguez hat mehr Süße, Chloé von Chloé ist deutlich Rosenhafter mit leichter, trockener Süße, Saffron von Jo Maloneist die Steigerung der trockenen und kostbaren Safranduftes, Caudalie Divin Parfum ist weiblich-runder, gehaltvoller, aber deutlich weniger würzig und Assassin Rouge ist eine kreidrige Pudrigkeit ohne Würze, die sehr distinguiert ist, der aber das Temperament von Arlésienne fehlt.

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